Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Ausstellungen

All-Tags-Welten des Friedrich von Hardenberg (Novalis)
18.10.2009
bis 31.08.2010

Veranstaltungsort: Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum, Schäfergasse 6, 06333 Wiederstedt  

Im Zentrum der Ausstellung stehen umfangreiche unbekannte Dokumente aus dem Guts- und Familienarchiv Oberwiederstedt der Familie Hardenberg. Sie geben interessante Einblicke in die All-Tags-Welten des Juristen, Bergingenieurs und Salinenassessors, des Philosophen und Dichters Novalis (1772–1801). Zu sehen sind u. a. handschriftliche Entwürfe zum »Dichtergarten« der unter dem Pseudonym ROSTORF und SYLVESTER  dichtenden Brüder Karl und Anton, Interessantes über die Persönlichkeiten des engeren Familienkreises, die in die Erziehung und Bildung der Kinder im Hause Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenbergs maßgebend eingebunden waren, sowie Dokumente nach 1801, die eine lange und unterschiedlichsten Interessen folgende Beschäftigung mit dem Dichterbruder und seinem Werk belegen. Einiges Neue über die Geschichte des Gutes und des Amtes Oberwiederstedt sowie über die Rolle von Landgütern und Städten im Lebenskonzept des Herrnhuters Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg verbindet die Dokumente wie Mosaiksteine zu regionalgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen und biographischen Szenen aus den All-Tags-Welten des Friedrich von Hardenberg.



weiterführende Information

ab Herbst: Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt
(03476) 852720 und www.novalis-museum.de

 
»Candide & Voltaire« Malerei, Grafik, Plastik
12.03.2010
bis 08.05.2010

Veranstaltungsort: Stadtmuseum Halle – Christian-Wolff-Haus, Große Märkerstraße 10, 06108 Halle (Saale)  

Eine Ausstellung des Kunstvereins Schwetzingen mit der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle. Internationales Ausstellungsprojekt Schwetzingen, Lunéville und Halle in der Landesinitiative »Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert«.



weiterführende Information

(0345) 2213030 und www.stadtmuseum.halle.de

 
Achim Lipp: »Hallesche Helden der Heilkunst«
16.04.2010
bis 06.06.2010

Veranstaltungsort: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Zentrale Kustodie und Universitätsmuseum , Universitätsplatz 11, 06099 Halle (Saale)  

Die Werke dieser Ausstellung beschäftigen sich mit herausragenden Persönlichkeiten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es sind ausschließlich Mitglieder der Medizinischen Fakultät: seit über 300 Jahren waren ihre Mediziner Gründerväter, Pioniere und Erfinder. Straßen und Plätze tragen ihre Namen, ebenso Geräte, Verfahren und Auszeichnungen: Friedrich Hoffmann (1660–1742), mit der Hexenlehre ebenso vertraut wie mit der geheimen Rezeptur seiner Hoffmanns-Tropfen und Erfinder des Siegels der Medizinischen Fakultät. Johann Christian Reil (1759–1813), Begründer der naturwissenschaftlichen Psychiatrie, beschreibt erstmals einen Teil der Großhirnrinde, die sogenannte Reil'sche Insel, prägt den Begriff »Psychiaterie«. Meckel, der Jüngere (1781–1833), Anatom, skelettierte entsprechend dem letzten Willen des Vaters dessen Leichnam und stellt ihn in der familieneigenen Sammlung auf. Richard von Volkmann (1830–1889), Chirurg und Schriftsteller: Erfinder des sog. »Scharfen Löffels«, eines noch heute benutzten chirurgischen Geräts, schreibt als Militärarzt »Märchen an französischen Kaminen« und publiziert diese unter seinem Pseudonym Leander. Fritz von Bramann (1854–1913), Chirurg, rettet mit einem Luftröhrenschnitt das Leben des Kronprinzen und späteren deutschen Kaisers Friedrich III. Ernst Kromayer (1862–1933), Dermatologe, behandelt unentgeltlich geschlechtskranke Hallenser, darunter erschreckend viele Studenten, verzichtet schließlich auf seine Venia legendi.

Zitat des Künstlers: »Die Porträts der Mediziner und Gelehrten sind sogenannte Lippografien. Sie werden mit analogen und digitalen Methoden auf die Leinwand gebracht und bestehen aus verschiedenen Bildebenen. Werke und Werkzeuge, Entdeckungen und Erfindungen, Texte und Skizzen sind eingebunden und deuten auf das Besondere der dargestellten Person. Sie überraschen den Betrachter mit hintergründigem Sinn und einem Feuerwerk aus Bewegung und Farben.«



weiterführende Information

Kupferstichkabinett

(0345) 5521733 und www.uni-halle.de

 
Menschenbilder bei Johann Mattheson
24.04.2010
bis 31.12.2010

Veranstaltungsort: Stiftung Händel-Haus Halle, Große Nikolaistraße 5, 06108 Halle (Saale)  

Der Hamburger Musiker, Komponist und Musikschriftsteller Johann Mattheson (1681–1764) ist Händelfreunden kein Unbekannter, verdanken wir ihm doch Informationen aus erster Hand zu Händels früher Biographie. Für die Nachwelt sind vor allem Matthesons Schriften von großem Wert, enthalten sie doch nicht nur interessante Informationen über Händel und die Musikpraxis seiner Zeit, sondern auch über zahlreiche andere Zeitgenossen wie auch über ältere Musiker und Musikgelehrte. Seine Arbeit auf diesem Gebiet war auch insofern besonders verdienstvoll, als dass die Musikerbiographik insgesamt damals noch in den Kinderschuhen steckte. So, wie man schon in der Antike den siegreichen Cäsaren Triumphbögen erbaute und auch zur öffentlichen Huldigung neuzeitlicher Herrscher prachtvolle Ehren-Pforten errichtete, auf denen ihre Verdienste aufgezeichnet waren, so wollte Mattheson 1740 mit seinem Buch »Grundlage einer Ehren-Pforte« im übertragenen Sinn den Heroen der Musikgeschichte ein Denkmal setzen. Dafür wählte er fast 150 Personen aus, denen er Artikel von ganz unterschiedlicher Länge und Struktur widmete. Interessant ist dabei das Menschenbild, das er jeweils vermittelt. Wer schien es ihm wert, aufgenommen zu werden, und was war ihm wichtig mitzuteilen? Warum wurden zum Beispiel nur Männer verewigt und keine einzige Frau? All diesen Fragen wird sich die Ausstellung widmen und dabei versuchen, dem Menschenbild Johann Matthesons auf die Spur zu kommen.

Die »Ehren-Pforte« wird dabei in ihrer Gesamtheit und an einigen ausgewählten Beispielen auf Schautafeln vorgestellt und erläutert.



weiterführende Information

(0345) 50090127 und www.haendel-in-halle.de

 
Goethe und die Universität Halle »Versäumen Sie ja nicht, sich in Halle umzusehen…«
25.04.2010
bis 06.06.2010

Veranstaltungsort: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Zentrale Kustodie und Universitätsmuseum , Universitätsplatz 11, 06099 Halle (Saale)  
Goethe an Schiller, (1803)

weiterführende Information
(0345) 5521733 und www.uni-halle.de  
Gebaute Utopien: Franckes Schulstadt in der Geschichte europäischer Stadtentwürfe
08.05.2010
bis 03.10.2010

Veranstaltungsort: Franckesche Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)  

Stadtutopien bewegen die Menschen, seit sie Städte bauen. Vom Vorbild des Himmlischen Jerusalem in der Bibel bis hin zu den Planstädten der Frühen Neuzeit finden sich gerade zwischen Reformation und Aufklärung überall in Europa Stadtentwürfe, in denen christlich-soziales Miteinander möglich werden sollte. Dabei sind Idealstadtentwürfe immer auch vor dem Hintergrund des Gesellschafts- und Menschenbildes ihrer Zeit und der Vorstellung von einer harmonischen besseren Welt zu sehen. Eine solche Stadt errichtete um 1700 vor den Toren Halles der Theologe und Pädagoge August Hermann Francke (1663–1727). Zur Versorgung und Ausbildung von Kindern und christlichen Verbesserung der Welt gegründet, entwickelten sich die Franckeschen Stiftungen zu einer der bedeutendsten protestantischen Bildungsanstalten des 18. Jahr- hunderts. Eingebettet in die Geschichte europäischer Stadtentwürfe unternimmt die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen 2010 erstmals die bau- und ideengeschichtliche Einordnung der bis heute erhalten gebliebenen Franckeschen Stadt.



weiterführende Information

Historisches Waisenhaus

(0345) 2127450 und www.francke-halle.de

 
»Der spielende Mensch im 18. Jahrhundert«
16.05.2010
bis 30.04.2011

Veranstaltungsort: Schachmuseum Ströbeck, Platz am Schachspiel 97, 38822 Schachdorf Ströbeck  

Das Spiel war im 18. Jahrhundert eine Domäne der Erwachsenen in Gesellschaften des Adels oder des Bürgertums. Das kindliche Spiel jedoch führte ein Schattendasein. Erst mit der Entwicklung der Pädagogik im 18. Jahrhundert wandelte sich das Verständnis grundlegend bis zum Gegenteil, denn ab dem 19. Jahrhundert bis heute wird das Spiel besonders dem Kind zugeordnet. Die Ausstellung versucht einen kleinen Einblick zu geben in die interessante Welt des spielenden Menschen im 18. Jahrhundert und seinem Wandel.



weiterführende Information

(039427) 99850 und www.schachmuseum-stroebeck.de

 
Friedrich Leopold Graf zu Stolberg
04.07.2010
bis 19.08.2010

Veranstaltungsort: Gleimhaus Museum der deutschen Aufklärung, Domplatz 31, 38820 Halberstadt  

Ausstellung der Eutiner Landesbibliothek und des Gleimhauses Halberstadt (auch im Ostholstein-Museum Eutin 8.5.–27.6.2010, im Marstall Ahrensburg 29.8.–6.9.2010) Ziel der Ausstellung ist es, Leben und Wirken des Reichsgrafen, Schriftstellers und Gesandten Friedrich Leopold Graf zu Stolberg (1751–1819) in ihrer Gesamtheit begreifbar und seine historische Bedeutung – auch in Beziehung zur Gegenwart – erkennbar zu machen. Die Exposition besteht aus acht Hauptabteilungen, in denen die verschiedenen sozialen, politischen und weltanschaulichen Rollen dargestellt werden, die Stolberg einnahm. Verfolgt wird die Frage, welches Menschenbild (Selbstbild und Fremdbild) den jeweiligen Handlungsraum beeinflusste. Zusätzlich werden 2 zentrale Lebensstationen, der Göttinger Hain und der Kreis von Münster, in herausgehobenen Stationen mit großformatigem Bildwerk und Hörstationen inszeniert.



weiterführende Information

(03941) 6871-0 und www.gleimhaus.de

 
Von Mensch zu Mensch. Porträtkunst und Porträtkultur der Aufklärung
28.08.2010
bis 20.11.2010

Veranstaltungsort: Gleimhaus Museum der deutschen Aufklärung, Domplatz 31, 38820 Halberstadt  

Traditionell wurde das Porträt als Kunstgattung gering geschätzt. Ästhetisch fragwürdig war die Tatsache, dass das Bildnis nicht auf Schönheit, sondern nur auf Ähnlichkeit verpflichtet war. Im Zeitalter der Aufklärung kam es zu einer grundlegenden Aufwertung der Gattung. Und dies nicht etwa durch Prachtentfaltung, sondern durch die Konzentration auf das Gesicht. Der Mensch wurde als der nobelste Bildgegenstand bestimmt und konsequenter als je zuvor wurde das Gesicht als Membran aufgefasst. Damit galt das Porträt nunmehr als Darstellung der Seele. Die Ausstellung des Gleimhauses richtet die Aufmerksamkeit auf die differenzierte Mimik, die nun als Zeichensystem zur Darstellung von Innerlichkeit eingesetzt wurde, und auf die Figurationen von Intimität, durch welche sich das Porträt der Aufklärung auszeichnet. Die Perspektive auf die künstlerischen Mittel wird er gänzt um die Darstellung des Umgangs mit dem Bildnis, das sich so als allgegenwärtiges Medium der Kommunikation in Geselligkeitskultur und literarischer Öffentlichkeit des 18. Jahrhunderts erweist. Damit zeigt die Ausstellung nicht allein Porträtkunst, sondern auch Porträtkultur des Zeitalters der Aufklärung. Der so genannte Freundschaftstempel Johann Wilhelm Ludwig Gleims, dessen Wände mit Bildnissen dicht behängt sind, wird selbst das eindrucksvollste Exponat dieser Ausstellung sein. Zu der Ausstellung ist ein vielseitiges Vortrags- und Veranstaltungsprogramm sowie ein breites museumspädagogisches Angebot vorgesehen.



weiterführende Information

(03941) 6871-0 und www.gleimhaus.de

 
Teure Köpfe. Lisiewski – Hofmaler in Anhalt und Mecklenburg
29.08.2010
bis 31.10.2010

Veranstaltungsort: Schloss Mosigkau, Knobelsdorffallee 2/2, 06847 Dessau-Roßlau  

Christoph Friedrich Reinhold Lisiewski (1725–1794) zählt zu den bedeutendsten Porträtmalern des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Als »das Resultat unermesslichen Fleißes und den Triumph der Prosa in der Malerei« bezeichnete sein berühmter Zeitgenosse, der Bildhauer   J. G. Schadow, das Werk Lisiewskis. Ob Schadow mit seinem wohl ironisch gemeinten Urteil die künstlerische Leistung richtig einzuschätzen wusste, sei dahin gestellt. In der gemeinsamen Ausstellung der Kulturstiftung DessauWörlitz und dem Staatlichem Museum Schwerin werden erstmals die herausragenden Mal qualitäten des Künstlers gewürdigt. Lisiewski überzeugt aus heutiger Sicht mit seiner neuartigen, ganz eigenständigen Darstellungsweise auch im Vergleich mit anderen großen Bildnismalern des 18. Jahrhunderts – wie Antoine Pesne zuvor und Anton Graff nach ihm. Seine Porträtauffassung löste sich allmählich von den barocken Stereotypen der Inszenierung und Idealisierung. Durch seinen realistischen, teils naturalistischen Vortrag praktizierte Lisiewski frühzeitig den Übergang zum Klassizismus. Seine von Porträtierten beschriebene, sorgfältige und aufwendige Arbeitsweise, die brillant ausgearbeitete Stofflichkeit und die genaue Wiedergabe der charakteristischen Physiognomie, Körpervolumina und -haltung, führen zu einer nahezu greifbaren Präsenz des Dargestellten. Lisiewski entstammte einer polnischen Malerfamilie, die mehrere angesehene Mitglieder hervorgebracht hat. Von 1752 bis 1772 war der Künstler als Hofmaler in Dessau tätig. In dieser Zeit führte er auch Bildnisaufträge für einen bürgerlichen Kundenkreis wie Kaufleute, Universitätsprofessoren und Theologen in Berlin und Leipzig aus. 1778 wurde der Porträtmaler an das mecklenburgische Fürstenhaus nach Ludwigslust berufen, wo er 18 Jahre bis zu seinem Tod wirkte.



weiterführende Information

(0340) 64615-0 und www.gartenreich.com

 
Vom Götzenbild zum Idol
01.09.2010
bis 31.10.2010

Veranstaltungsort: Winckelmann-Gesellschaft e. V. mit Winckelmann-Museum, Winckelmannstraße 36-38, 39576 Stendal  


weiterführende Information

(03931) 215226 und www.winckelmann-gesellschaft.de 

 
Licht am Abend. Das Institutum Judaicum et Muhammedicum und sein Gründer Johann Heinrich Callenberg
14.10.2010
bis 27.03.2011

Veranstaltungsort: Franckesche Stiftungen zu Halle, Franckeplatz 1, Haus 1, 06110 Halle (Saale)  

Johann Heinrich Callenberg (1694–1760), der in Halle Theologie studierte, widmete sich auch der Orientalistik und erlernte die arabische Sprache. 1728 gründete er das erste protestantische Institut zur Mission von Juden und Muslimen: das Institutum Judaicum et Muhammedicum auf dem Gelände der Glauchaschen Anstalten. Callenberg hatte zunächst nach einer Möglichkeit gesucht, die Bekehrungsschrift seines Lehrers Johannes Müller (1649–1727) in jiddischer Sprache zu veröffentlichen. Schnell entwickelte sich daraus ein eigener Verlag mit Druckerei, der jiddische und hebräische Missionsschriften herausgab, welche die Missionare des Instituts auf ihren Reisen in Europa und bis in den Orient verteilten. Callenberg gelang es, ein selbstständiges Institut innerhalb der Glauchaschen Anstalten zu etablieren, das bis 1792 bestand. Die Institutsbibliothek und das Handschriftenarchiv gingen danach in den Besitz des Waisenhauses über. Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in die Arbeitsweise des Institutum Judaicum et Muhammedicum.



weiterführende Information

(0345) 2127450 und www.francke-halle.de

 
»Doch wer ihn kennt, erkennt ihn im Bilde«. Lessing im Porträt
28.11.2010
bis 20.02.2011

Veranstaltungsort: Gleimhaus Museum der deutschen Aufklärung, Domplatz 31, 38820 Halberstadt  

»Von welchem Künstler dieses Werk herrührt, wissen wir nicht zu sagen« bemerkten Goethe und Heinrich Meyer 1807 in der Jenaischen Allgemeinen Literaturzeitung. Gemeint war das Porträt Lessings im Gleimhaus Halberstadt, eines der bekanntesten Lessingbildnisse. Lange galt es als Werk des Malers Georg Oswald May, kürzlich wurde aus stilistischen Gründen eine Zuschreibung an die in Berlin und Braunschweig tätige Porträtistin Anna Rosina de Gasc vorgeschlagen. Das im Kamenzer Lessing-Museum befindliche anekdotische »Kinderbildnis«, das Lessing und seinen Bruder mit viel zu großen Erwachsenenköpfen darstellt und in hellseherischer Vorausahnung schon die spätere berufliche Laufbahn andeutet, gibt ebenso Rätsel auf. Ein anderer Künstler des 18. Jahrhunderts kleidete den Dichter einfach um und bürstete dessen Haar flach. Ein weiteres Porträt, das traditionell als Darstellung Lessings erachtet wurde, stellt ihn möglicherweise gar nicht dar. Neben den bekannten Porträtgemälden und grafischen Blättern existiert eine faszinierende Vielfalt unterschiedlicher Objekte des Erinnerns an Lessing, von daumengroßen Miniaturen bis hin zu Abbildungen auf Porzellan und großen Denkmalen. Mit der doppelten Fragestellung »Wie sah Lessing aus und wie wurde Lessing gesehen?« präsentiert all diese Darstellungen eine Ausstellung im Gleimhaus, die von der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption in Kamenz erarbeitet wird.



weiterführende Information

1(03941) 6871-0 und www.gleimhaus.de