Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach (nicht zu verwechseln mit der jüngeren Schwester ihrer Mutter, Anna Amalia von Preußen), Prinzessin zu Braunschweig-Wolfenbüttel, wurde als fünftes von dreizehn Kindern des herzoglichen Paares Philippine Charlotte (geb. von Preußen) und Karl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel geboren. Exzellent ausgebildet ehelichte sie 1756 Herzog Ernst August II. Constantin von Sachsen-Weimar und Eisenach, gebar zwei Söhne und übernahm nach dem Tod ihres Mannes 1759 (bis 1775) die Regentschaft für ihre unmündigen Kinder.
Selbst interessiert, sich immer weiter fortzubilden (z.B. im Zeichnen oder der Gartengestaltung), spielten Musik und Musiktheater eine besondere Rolle im Leben von Anna Amalia. Nach dem Brand des Schlosses im Jahr 1774 lebte sie in ihrem Stadtpalais (heute Wittumspalais) und seit 1781 in den Sommermonaten in Tiefurt.
In Weimar entwickelte sich, auch gefördert durch die Herzogin, ein reiches literarisch-kulturelles Leben, das weit über Weimar hinausstrahlte und Autoren der Aufklärung, Klassik und Romantik umfasste. Der Weimarer literarische >Freundeskreis< mit Goethe, Herder, Wieland, Böttiger, Bertuch und zahlreichen anderen war keinesfalls homogen. Hinsichtlich der Literaturgeschichtsschreibung seit dem 19. Jahrhundert verstellt die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller die Wahrnehmung der Vielseitigkeit des kulturellen Lebens in Weimar. Die aktuelle Forschung - auch zur Herzogin von Sachsen-Weimar - setzt hier neue Akzente.
Anna Amalie von Preußen (nicht zu verwechseln mit ihrer Nichte Anna Amlia, der späteren Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach) war die jüngere Schwester Friedrich II. Sie blieb zeitlebens unverheiratet und war 1756 bis zu ihrem Tod Äbtissin des reichsunmittelbaren, freiweltlichen Damenstifts in Quedlinburg, hier war sie jedoch nur wenige Male vor Ort. Die Stiftsverwaltung wurde nach Berlin verlegt, wo sich Anna Amalie meistens aufhielt (in zunehmenden Alter und bei schwächer werdender Gesundheit jedoch auch an Bade-Orten). Sie führte neue Regelungen bei den Feiertagen ein und sorgte für die Verbesserung des Armenwesens in Quedlinburg. Anna Amalie (auch Amélie genannt) gilt als eine der bekanntesten Komponistinnen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von ihr haben sich besonders Kantaten und Choräle, aber auch Märsche erhalten. Für eine Kantate der Prinzessin schrieb die Dichterin Anna Louisa Karsch das Libretto. Die preußische Prinzessin trug außerdem eine bedeutende Noten-Sammlung zusammen (u.a. mit Handschriften von Johann Sebastian Bach).
Das Bildnis der Anna Amalie von Preußen besticht durch seinen privaten Charakter und grenzt sich damit von anderen zeitgenössischen Darstellungen von Persönlichkeiten aus fürstlichem Hause ab. Die menschliche Seite der Prinzessin wird auf malerisch überzeugende Weise präsentiert.
In ärmlccihen Verhältnissen in Schlesien und Polen aufgewachsen, im Lesen und Schreiben nur mit Grundkentnissen ausgestattet, musste die Poetin ihre Familie durch die Einkünfte ihrer Gelegenheitsdichtung und durch Unterstützung reicher Freunde ernähren. Sie war zeimal verheiratet und brachte sieben Kinder zur Welt, von denen vermutlich nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Adlige Gönner ermöglichten ihr 1761 den Umzug nach Berlin, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte - mit Ausnahme der Zeit der Verlagerung des preußischen Hofes nach Magdeburg, in der sie in der Elbe-Stadt lebte. Sie hatte Zugang zu den gebildeten, literarisch-geselligen Kreisen, hielt jedoch weiterin Kontakt zu den unteren Bevölkerungsschichten. Anna Louisa Karsch zählt zu den bekanntesten Dichterinnen des 18. Jahrhunderts und gilt als eine der besten Briefschreiberinnen des Aufklärungszeitalter in Deutschland.
Mit dem Halberstädter Dichter und Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim war sie seit 1761 bis zu ihrem Tod freundschaftlich verbunden, besuchte ihn zweimal für längere Zeit in Halberstadt und sandte ihm einen Großteil ihrer poetischen Hinterlassenschaften zur Aufbewahrung. In Halberstadt ließ der Domdechant Ernst Ludwig Christoph Freiherr Spiegel zum D(i)esenberg ihr ein Denkmal errichten. Bei der vom Bildhauer J.C. Stubinitzky 1782/1784 gefertigten Bildsäule handelt es sich um die erste vollplastische Darstellung einer deutschen Dichterpersönlichkeit. Zunächst aufgestellt im Landschaftspark Spiegelsberge bei Halberstadt hat es nun seinen Standort im Halberstädter Gleimhaus gefunden.
Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau wurde als achtes Kind und dritte Tochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau und seiner Gemahlin Anna Luise in Dessau geboren. 1742 und 1743 erhielt die unverheiratete Fürstentochter als Ausstattung von ihrem Vater zwei erbzinsfreie Güter mit umfangreichem Grundbesitz zum Geschenk. Durch Verpachtungen, eine jährliche Apanage von 15 000 Talern und erfolgreiche Geschäfte befand sich Anna Wilhelmine in guten finanziellen Verhältnissen. So war sie in der Lage, sich von 1752 bis 1757 einen
(2. April 1691 in Gedern - 25. Oktober 1771 in Wernigerode) und seine Gemahlin Sophie Charlotte zu Leiningen-Westerburg (1696-1762) mit drei Enkelkindern in Hauskleidung und häuslicher Atmosphäre | gemalt von Johann Georg Geteil | Öl auf Leinwand | Eigentum S.D. des Fürsten Philipp Constantin zu Stolberg-Wernigerode
Als herausragende Persönlichkeit eines augeklärten Absolutisten und Pietisten ging Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode in die Geschichte des 18. Jahrhundert ein. Mit August Hermann Francke eng befreundet, folgte der Graf dessen Ideen. Er führte in der Grafschaft die allgemeine Schulpflicht ein, unterstütze das Lyceum in der Stadt, öffnete 1746 seine umfangreiche Privatbibliothek der Öffentlichkeit, die er als Freund der Wissenschaft beträchtlich erweiterte. Er gründete eine Witwenkasse und ein Waisenhaus und war auf sozialem Gebiet vorbildlich wirksam. Mit der Neuorganisation der Forstwirtschaft betraute der den bedeutenden Forstwirtschaftler Hans Dietrich von Zanthier, dessen Lehren heute noch Beachtung finden. Mit dem Halberstädter Johann Wilhelm Ludwig Gleim und seinem Kreis stand die gräfliche Familie in regem geistigen Austausch. 1712 hatte Graf Christian Ernst Marie zu Leiningen-Westerburg geheiratet, deren Frömmigkeit weithin bekannt war. In seiner Lebensgeschichte bezeichnet der als Jung-Stilling bekannt Schriftsteller Heinrich Jung den Hof in Wernigerode als den »...Vorhof des Himmels ... Religion, Wohlstand, Feinheit der Sitten, Frohsinn, Anstand und völlige Prätentionslosigkeit bestimmen den Charakter eines jeden Mitglieds der Familie.«
Dorothea Christiana Erxleben promovierte 1754 an der medizinischen Fakultät der Universität Halle.
Damit ist sie in Deutschland die erste Frau, die einen medizinischen Doktortitel erwarb und die uneingeschränkt eine medizinische Praxis führen durfte. Fast 150 Jahre mussten vergehen, bis die nächste Frau für den Arztberuf zugelassen wurde.
Auf der Grundlage einer fundierten theoretischen und praktischen Ausbildung durch ihren Vater, den Arzt Christian Polycarp Leporin, und der Förderung durch die Rektoren des Quedlinburger Gymnasiums sowie durch autodidaktische Studien war es ihr gelungen, ein umfanreiches Allgemeinwissen, ausgezeichnete Sprachkentnisse und eine dem Forschungsstand der Zeit entsprechende medizinische Bidlung zu erwerben. Ihren Wunsch, einen Universitätsabschluss zu erhalten, konnte sie sich trotz der 1741 erlangten königlichen Sondererlaubnis Friedrich II. aus familiären Gründen nicht erfüllen. Durch ihre Heirat 1742 hatte sie Mutterpflichten für fünf Stiefkinder, wozu noch vier eigene kamen, und die umfangreichen Pflichten einer Pfarrfrau übernommen. Trotzdem behandelte sie weiterhin Kranke, die ihre Hilfe suchten, bis eine diesbezügliche Beschwerde dreier Quedlinburger Ärzte sie veranlasste, nun die akademische Graduierung nachzuholen. Deshalb reagierte sie auf die Beschwerde selbstbewusst mit der Vorlage ihrer Doktorarbeit (Der Titel ihrer Arbeit, die sie ein Jahr später selbst ins Deutsche übersetzt hatte, lautet: »Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten.«). Bis zu ihrem Tode 1762 behandelte sie weiterhin Kranke mit Erfolg und bewies damit auch praktisch die Argumente ihrer frühen Publikation (»Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studiren abhalten...«), dass gleiche Bidlungsmöglichkeiten für das weibliche Geschlecht notwendig und auch erfolgreich sind. Durch ihre Werke und ihre Leistung wurde sie zu einem vielzitierten Vorbild in der Geschichte der Frauenbildung und -emanzipation.
Geboren als Elisabeth Charlotte Constanzia Gräfin von Medem verbrachte sie ihre Jugend in Kurland. Mit 17 Jahren wurde sie mit dem Kammerherrn Georg von der Recke verheiratet, doch wurde die Ehe auf ihr Betreiben hin nach zehn Jahren wieder geschieden. Sie begann ein intensives Reiseleben, bei dem sie Kontakte zu vielen deutschen Literaten und Aufkärern knüpfte. Über ihre Schwester, die mit dem Herzog von Kurland verheiratet war, bekam sie Zugang zu den Königshofen in Berlin und Warschau. Europäische Bekanntheit erlangte sie, als sie 1787 mit der Schrift Nachricht von des berühmten Cagliostro Aufenthalt in Mitau im Jahre 1779 und dessen magische Operationen zur Enttarnung dieses Alchimisten und Hochstaplerns beitrug, den man bis dahin in aristokratischen Kreisen ganz Europas hofiert hatte.
1784 lernte sie den Schriftsteller August Tiedge kennen, mit dem sie seit 1804 dauerhaft in Dresden zusammenlebte, ein damals geradezu unvorstellbares Verhältnis.
Elisa von der Recke betätigte sich auch als Dichterin. Sie verfasste Lyrik, Reiseliteratur und auch geistige Lider, die von einem empfindsam-religiösen Tenor waren. Neben Friedrike Brun und Sophie LaRoche war sie eine der produktivsten Reiseschriftstellerin der Goethe-Zeit. Selbst kinderlos zog sie insgesamt 13 Pflegetöchter auf.
Friederike Caroline Neuber, geb. Weißenborn, Tochter eines Advokaten, floh als junges Mädchen mit ihrem Geliebten und späteren Ehemann, dem jungen Johann Neuber, vor ihrem tyriannischen Vater. Im Jahr 1717 schlossen sich beide der Spiegelberg'schen Schauspielertruppe an, die in Weißenfels auftrat. Zehn Jahre später war »die Neuberin«, wie sie genannt wurde, wieder in Weißenfels auf der Bühne, dieses Mal mit ihrer eigenen Truppe. Sie erhielt das Privileg, in Leipzig ein fest stehendes Theater zu errichten. In ihrer Zusammenarbeit mit Johann Christoph Gottsched in den Jahre 1730 bis 1739 sowie im Versuch, das gesellschaftliche Ansehen der Schauspieler zu erhöhen, setzte sie Maßstäbe. Als Directrice erwies sie sich als durchsetzungsfähig und zielgerichtet. Sie selbst schrieb zahlreiche Vorspiele und Dramen, von denen sich jedoch kaum etwas erhalten hat.
Nach dem Verlust des Privilegs für ein festen Theaterbetrieb in Leipzig versuchte sie ab 1734, ihr Ensemble wieder als Wandertruppe über die Runden zu bringen mit Gastspielen u.a. in Hamburg, Frankfurt am Main, aber auch Zerbst, Dresden und Leipzig. Mehrfach musste sie ihre Truppe auflösen. Die letzten Lebensjahre lebte sie in Armut und starb zurückgezogen in Laubegast bei Dresden.
Mit Friederike Caroline Neuber setzte eine große Veränderung in der Theaterpraxis des 18. Jahrhunderts ein - vom Possenspiel zum regelmäßigen Theater: Der »Hanswurst«, bis ins frühe 18. Jahrhundert von der Bühne nicht wegzudenken, wurde verbannt. Die Neubersche Schauspieltruppe war eine der ersten, die gezielt bürgerliche Stücke auf die Bühne brachte.
Henriette Amalie von Anhalt-Dessau war das jüngste Kind des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau und seiner Gemahlin Anna Luise. Da sie ein Liebesverhältnis mit Wilhelm Gustav Werner, dem Sohn des Hofjägers Johann George Werner eingegangen war und von ihm im Januar 1742 einen Sohn gebar, musste sie zu Ostern 1742 Anhalt verlassen. Die Prinzessin wurde Kanonissin des »Kaiserlich freiweltlichen Adeligen Fräuleinstift« in Herford, wohin sie mit ihrem Hofstaat umsiedelte. Im Stift wurde sie 1764 zur Dechantin und 1779 zu Coadjutorin gewählt. Ihre Apanage von 10 000 Talern erhielt sie weiter vom Dessauer Fürsten ausgezahlt. Durch die ökonomische Verwendung ihrer finanziellen Mittel brachte es die unverheiratet gebliebene Prinzessin
1762 hatte der Erbprinz Wilhelm Gustav von Anhalt-Dessau ohne Zustimmung seines Vaters Leopold I. heimlichn die bürgerliche Johanne Sophie Herre geheiratet. Als er am 16.12. 1737 an Pocken im Sterben lag, gestand der Erbprinz dem Vater die eheliche Verbindung und empfahl die auf dem Gut Kleckewitz versteckt lebende Frau und Kinder der Obhut des fürstlichen Vaters. Dieser ließ lediglich den ältesten Enkel Wilhelm am Dessauer Hof unterrichten. Erst Fürst Leopold II. Maximilian veranlasste die Erhebung der Wtwe seines Bruders und ihrer Kinder in der Reichsgrafenstand, teilte sich die dabei entstandenen Kosten mit seinen Geschwistern und ermöglichte ihnen den Zugang zum Hof.
Johanne Sophie war zu dieser Zeit 18 Jahre alt. Ihre Tante Anna Wilhelmine vertrat längere Zeit die Mutterstelle bei den Töchtern des schon 1751 verstorbenen Fürstenpaares. Die gräfliche Nichte Johanne Sophie unterhielt zu ihr engste Beziehungen und war von ihr seelisch abhängig.
Das besonders fürsorgliche Wesen der Gräfin für Familienmitglieder und sozial benachteiligte Menschen in Dessau beeindruckte ihre Tante Anna Wilhelmine, sodass sie diese in ihrem Testament vom 7. August 1779 als Äbtissin für das »Hochadlige Fräulein Mosigkau« einsetzte. Nach dem Tode der Prinzessin Anna Wilhelmine im April 1780 nahm sich die 46 jährige Johanne Sophie mit Gewissenhaftigkeit dieses Amtes an. Schon vor dem Tode der Anna Wilhelmine hatte sie sich darauf vorbereitet. In den jahren ihrer Amtszeit hielt sie sich in Mosigkau und im Hause ihrer Mutter auf. Die Äbtissin hatte schon in jüngeren Jahren eine schwache Gesundheit, durch die sie sich jedoch offensichtlich nicht an der pflichtbewussten Ausführung ihres Amtes hindern ließ, denn ihr Signum ist regelmäßig in den Stiftsdokumenten zu lesen. Sie wurde nach ihrem Tode auf dem Stiftsfriedhof in Mosigkau als erste Dame an zentraler Stelle bestattet.
Als Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg wurde sie in Stettin, wo ihr Vater als preußischer Regimentskommandeur stationiert war, geboren. Ihre ehrgeizige Mutter hatte von Anfang an das Ziel, die Tochter nicht an einen deutschen Provinzfürsten zu verheiraten. Geschickt fädelte sie die 1745 erfolgte Heirat mit dem russischen Thronfolger Peter III. ein. Diesem geistig schwachen Menschen war die junge Frau weit überlegen.Wenige Monate nach seiner Inthronisation wurde er 1762 von russischen Adligen ermordet und die zur Alleinherrscherin erklärte Zarin nahm nun selbst die Geschicke des Riesenreiches in die Hand. Die »Semiramis des Nordens« korrespondierte
Ihr Kindeheit und Jugend verbrachte die aus einer Seitenlinie des Hauses Hohenzollern stammende Prinzessin in Berlin. Ihre Mutter hatte sie kaum kennen gelernt, denn diese, Leopoldine Marie geborene Prinzessin von Anhalt-Dessau, war ihrem Gatten, dem Marktgrafen Friedrich Heinrich von brandenburg-Schwedt 1752 ins pommersche Kolberg verbannt worden. Die 1767 erfolgte Heirat mit ihrem anhaltinischen Cousin Leopold Friedrich Franz war vom Preußenkönig Friedrich II. als politischer Schachzug geplant. Wenn auch keine Liebesheirat, so schien die Ehe mit dem aufgeklärten und schöpferisch-drangvollem Dessauer Fürsten anfangs glücklich gewesen zu sein. Louise teilte sein Interesse an der Gartenkunst und war selbst sehr an den Naturwissenschaften, war sie doch eine Schülerin Eulers. Aber die gemeinsamen Reisen in die Schweiz, nach England und Frankreich konnten die zunehmende Entfremdung auf Grund charakterlicher Unterschiede nciht überdecken. Ihr empfindsam-melancholisches Wesen und die zeitweilig religöse Schärmerei stießen bei em pragmatisch veranlagten Mann auf Unverständnis. 1785 erfolgte die Separation. Sie suchte nun die Freundschaft starker Frauen, die sich von ihren Ehemännern emazipiert hatten und ein selsbtbestimmtes Leben führten. Reisen und Kuraufenthalte führten sie nach Italien und häufig in die Schweiz. Zunehmende Krankheiten banden die Fürsten in den letzten lebensjahren immer häufiger an Dessau.
Sophie Dorothea Gleim war die Tochter von christian Friedrich David Gleim, einem Bruder des Halberstädter Dichters und Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Sie blieb unverheiratet. Im Jahr 1753 nahm ihr Onkel sie - nach seiner gelösten Verlobung - auf und sie führte ihm fortan den Hauhshalt am Halberstädter Dom, im heutigen Gleimhaus. Durch ihre Unterstützung wurde >das Haus Gleim< ein angenehmer Aufenthaltsort für zahlreiche Besucher aus Gleims Verwandschaft und aus seinem großen Freundeskreis. Bei den (literarischen) Freunden - etwa bei Elisa von der Recke oder der gräflichen Familie zu Stolberg-Wernigerode - war sie sehr beliebt. Die Dichterin Anna Louisa Karsch gab Sophie Dorothea Gleim den von vielen Freunden augegriffenen Beinamen »Gleminde«. Auf Reisen - etwa zum Brunnentrinken in Lachstädt oder Pyrmont - begleitete die »Hausnichte« den Onkel. Gleim vermachte ihr sein Erbe, bevor es nach ihrem Tod an die Gleim'sche Familienstiftung fiel. Zur weiteren finanziellen Absicherung verschaffte Gleim seiner Nichte im Jahr 1786 außerdem ein Kanonikat des Damenstiftes Drübeck.