Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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2008: Frauen im 18. Jahrhundert

Vom wunderbaren Wechsel zwischen Empfindsamkeit und Selbstständigkeit

Das Gleimhaus Halberstadt wird neuer FrauenOrt
Das Gleimhaus Halberstadt wird neuer FrauenOrt

Jahrhunderte lang war die Rolle der Frauen in den europäischen Gesellschaften auf die der Mutter, Gattin und Hausfrau beschränkt. Im 18. Jahrhundert erfährt diese Tradition schrittweise eine Veränderung. Diese Zeit wird zu einer durchaus weiblich geprägten Epoche. Zwar leben Frauen immer noch mit, für und durch die Familie, aber ihre sozial- und kulturgeschichtliche wie staatspolitische Bedeutung nimmt im Vergleich zu früheren Zeiten enorm zu. Frauen betätigen sich als Künstlerinnen, werden wissenschaftlich tätig oder greifen in die Politik ein. In der gegenwärtigen musealen Wahrnehmung ist der Anteil der Frauen an der kulturellen Entwicklung im 18. Jahrhundert oft nur wenig spezifiziert.

Blick in die Ausstellung "Frauenfreundschaft - Männerfreundschaft" im Gleimhaus
Blick in die Ausstellung "Frauenfreundschaft - Männerfreundschaft" im Gleimhaus

Als Gattinnen bekannter Dichter oder Musiker stehen sie meist in deren Schatten, obwohl sie durch ihre Rolle im Haushalt ihren Männern oft erst die nötige Freiheit für den künstlerischen Prozess geschaffen haben. Oft selbst aus musischen Familien stammend, waren sie ihren Ehemännern nicht selten Muse oder erste Kritikerin.

Die Museumslandschaft Sachsen-Anhalts bietet eine große Zahl von Möglichkeiten für eine spezifische Sicht auf die Frauenkultur und die Lebenswelt der Frauen im 18. Jahrhundert. 2008 widmen sich zahlreiche Museen im Land der Frage, welchen Anteil Frauen an der politischen, künstlerisch-kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung im 18. Jahrhundert hatten. Im Rahmen der Landesinitiative ist vorgesehen, die frauengeschichtlichen Potentiale im Land Sachsen-Anhalt aufzuarbeiten und im Rahmen der Publikationsreihe der Landesinitiative beim mdv zu publizieren.

Bleibendes Ergebnis, Dokumentation und Ausblick: Präsentation des Bandes "Frauen im 18. Jahrhundert"
Bleibendes Ergebnis, Dokumentation und Ausblick: Präsentation des Bandes "Frauen im 18. Jahrhundert"

Kooperationspartner ist das Projekt „Frauen-Orte“, dass seit dem Jahr 2000 in Sachsen-Anhalt Orte identifiziert, an denen Frauen Geschichte machten oder an denen wesentliches zur Gleichstellung der Frauen getan wurde. Neben den musealen Projekten im Rahmen des Themenjahres sollen vielfältige Kontakte zu bereits existierenden, begleitenden Veranstaltungen als Ergänzung geknüpft werden, wie beispielsweise thematischen Stadtführungen zu Frauenorten in Halle, Magdeburg, Halberstadt oder Quedlinburg. Der Veranstaltungskalender wird als bewährter Wegweiser zu den verschiedenen Ausstellungen, Vorträgen und Führungen dienen. Das touristische Faltblatt verschafft wie gewohnt einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten des Verbundes und lädt zu Besuchen bei „Frauen des 18. Jahrhunderts ein“. Veranstaltungskalender und Faltblatt sind ab März 2008 über die Kulturstiftung DessauWörlitz oder das Gleimhaus in Halberstadt erhältlich.

Themenjahresleitung:
Kulturstiftung DessauWörlitz