Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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2006: Gartenträume

Von der wunderbaren Wechselwirkung zwischen Gärten und Häusern im 18. Jahrhundert

Die historischen Terrassengärten am Schloß Wernigerode
Die historischen Terrassengärten am Schloß Wernigerode

Das 18. Jahrhundert ist auch ein Jahrhundert der Blüte weitläufiger Gartenanlagen. Im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts entstanden zu dieser Zeit ebenfalls bemerkenswerte Anlagen. Dazu gehört natürlich der Wörlitzer Garten als einer der ersten Landschaftsparks englischer Prägung auf dem europäischen Festland, aber auch an anderen Orten beeinflusste der Zeitgeist des 18. Jahrhunderts die Gartenlandschaft in Sachsen-Anhalt.

Die Kuranlagen in Bad Lauchstädt, die Spiegelsberge bei Halberstadt oder die Gärten der Franckeschen Stiftungen in Halle stehen für ganz individuell genutzte Grünanlagen. Die Kuranlagen in Bad Lauchstädt mit dem Goethe-Theater zogen als Luxus- und Modebad im 18. Jahrhundert den Adel ebenso wie das aufstrebende Bürgertum an. Der Halberstädter Domdechant Ernst Ludwig Christoph Spiegel zum Desenberg (1711-1785) schuf mit den Spiegelsbergen fast gleichzeitig zum Wörlitzer Park einen der ersten Gartenanlagen englischen Stils in Deutschland mit einer sehr persönlichen Note. Die Gärten der Franckeschen Stiftungen wiederum stehen exemplarisch für das weitreichende Denken und den Pragmatismus der halleschen Schul- und Waisenhausanstalt.

Ein Großteil der 40 historischen Gärten des kulturtouristischen Projektes "Gartenträume - Historische Gärten und Parks in Sachsen-Anhalt" sind im 18. Jahrhundert entstanden. Viele von ihnen stehen in engem historischen Zusammenhang zu den Museen; was liegt also näher, als "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert" mit den "Gartenträumen" zu verknüpfen? Die Kooperation zwischen den 40 Parkanlagen und den über 20 Häusern bereichert beide Projekte. Der Besucher kann davon nur profitieren: In den Museen erfährt er Unerwartetes oder Interessantes zum Garten, während der naheliegende Park zum Flanieren einlädt.

Diese gemeinsame Arbeit spiegelt sich auch im erschienenen Veranstaltungskalender wieder. Hier laden Veranstaltungen im Grünen ein - im Übrigen auch im Winter zu Adventsmärkten wie im Schlosspark Krumke; oder aufschlussreiche Ausstellungen zur Gartengeschichte in die Häuser ein. Das Winckelmann-Museum in Stendal informiert zum Beispiel über "Römische Gärten der Winckelmann-Zeit". Unter der nebenstehenden Rubrik "Veranstaltungen" und "Ausstellungen" finden sich eine Auswahl der Termine für das diesjährige Themenjahr.

Wer sich selbst auf den Weg durch das 18. Jahrhundert und zu den "Gartenträumen" begeben möchte, dem hilft das attraktive, informative Faltblatt "Schätze lebendiger Vergangenheit". Ein kleiner Tipp: Das Faltblatt zu den Museen wird auch mit Wegweisern zu den "Lesewelten und Historische Bibliotheken" oder zu den "Frauen im 18. Jahrhundert" ab Anfang 2007 erhältlich sein.
Außerdem wird ein wissenschaftlicher Katalog erscheinen, der die wichtige Funktion der Museen auch in Bezug auf Gärten unterstreicht: Mit ihren Sammlungen dokumentieren sie u. a. die Anfänge der Gartenanlagen beziehungsweise Entwicklungen, die im eigentlichen Park nicht mehr erlebbar sind oder sie machen überhaupt erst einen Garten sichtbar, den es so schon lange nicht mehr gibt.

Themenjahresleitung:

Schloß Wernigerode GmbH