Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.
1. Mai bis 10. Okt
Mo–Fr 9–12.30 Uhr und 13–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr
11. Okt bis 30. April
Mo–Do 9–12.30 und 13-18 Uhr,
Fr 9–12.30 und 13–16 Uhr
Das kleine Fürstentum Anhalt-Zerbst stand in seiner höfischen Repräsentation z. B. durch den bedeutenden Hofkapellmeister Johann Friedrich Fasch anderen Häusern in nichts nach. Unter Fürst Carl Wilhelm von Anhalt-Zerbst (1652–1718) begann ab 1681 der Bau des barokken Zerbster Schlosses. Architekt der Anlage war Cornelis Ryckwaert, welcher auch Schloss Oranienbaum entworfen hat. Später erfolgte unter Johann Friedrich Friedel, einem Schüler und Mitarbeiter des preußischen Hofarchitekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff, der Bau des Ostflügels und der Innenausbau im friderizianischen Rokoko.
1729 in Stettin als Prinzessin Sophie Auguste Friederike geboren, lebte die spätere Zarin Katharina II. (1729–1796) nach der Regierungsübernahme ihres Vaters Christian August (1690–1747) 1742 nur kurz am Zerbster Hof. Durch Intervention des preußischen Königs Friedrich II. (des Großen) gelangte sie 1744 an den Zarenhof in St. Petersburg. Für ihre Heirat wechselte sie die Konfession und wurde auf den Namen Katharina getauft. Ihrem Mann geistig überlegen, entwickelte sie eigene Machtambitionen. Kurz nachdem er 1762 als Zar Peter III. den Thron bestiegen hatte, wurde er durch einen Staatsstreich abgesetzt und von Anhängern seiner Frau ermordet – Katharina II. wurde Alleinherrscherin. Als aufgeklärte Monarchin stand sie mit Voltaire in engem Kontakt, öffnete Russland für die europäische Kultur und reformierte die innere Verwaltung. Andererseits vergrößerte sie durch Kriegszüge und Diplomatie ihr Reich ständig. Als sie 1796 starb, war Russland endgültig Großmacht.
Das eigenständige Fürstentum fiel nach Aussterben der Linie Anhalt-Zerbst 1793 per Losentscheid an Anhalt-Dessau und den dort regierenden Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau.
In den Kreuzgängen eines ehemaligen Franziskanerklosters befindet sich heute das Museum der Stadt Zerbst. Ein Bereich der ständigen Ausstellung widmet sich dem 18. Jahrhundert. Im Kavaliershaus, Teil der Anlage des 1945 zerstörten Schlosses, befindet sich neben der Tourist-Information die Sammlung Katharina II. als Reverenz an die größte Tochter der Stadt.