Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum
Schäfergasse 6
06333 Wiederstedt
Telefon: (03476) 852720 oder 852722; Touristeninformation: (03476) 80 10
schloss-oberwiederstedt@t-online.de
www.novalis-museum.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

Di - So 10:00 - 16:00 Uhr


Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum
Literatur Religion / Philosophie
Parkplatz in unmittelbarer Nähe wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich in Park / Garten gelegen Café im Museum oder in unmittelbarer Nähe Museumsshop Führung auf Anmeldung
 

Der Frühromantiker Georg Friedrich Phillipp Freiherr von Hardenberg (1772–1801) wurde 1772 auf Schloss Oberwiederstedt geboren. Sein Künstlername »Novalis« leitete er vom alten Geschlechtsnamen seiner Familie auf dem Stammsitz bei Göttingen ab: De novali, was so viel wie »Neuland roden« bedeutet.

Während des Jurastudiums in Jena, das er in Leipzig und Wittenberg beendete, besuchte er 1791 die Geschichtsvorlesung Friedrich Schillers, begegnete Goethe, Herder und Jean Paul. Mit seinen Freunden Ludwig Tieck, Friedrich und Wilhelm Schlegel gehörte er zum Kreis der Jenaer Frühromantik. Der frühe Tod seiner Verlobten Sophie von Kühn (1783–1797), das Studium an der Bergakademie in Freiberg und die Arbeit als Bergbeamter prägten den Dichter. Novalis, der sich mit philosophischen Fragen auseinandersetzte und seine Eindrücke literarisch reflektierte, veröffentlichte 1798 in der Zeitschrift »Athenä um« der Jenaer Frühromantiker seine Fragmentsammlung »Blüthenstaub«. Die für die Frühromantik grundlegende Textform des Fragments entwickelte Novalis gemeinsam mit Friedrich Schlegel.

Friedrich von Hardenberg hat durch seine Verbindung von beruflicher Tätigkeit und Dichtung, mit seiner Idee von der »Poetisierung« aller Wissenschaften und der »Romantisierung« der Welt eine Sonderstellung unter den Frühromantikern. Neben den richtungsweisenden »Hymnen an die Nacht« steht sein durch seinen frühen Tod unvollendeter Roman »Heinrich von Ofterdingen«. Dem Werk entstammt die »Blaue Blume«, ein (Sehnsuchts-) Symbol, das für die gesamte Romantik zum Sinnbild für die schöpferische Phantasie des nach Vervollkommnung strebenden Menschens wurde.

Novalis vermag bis heute durch sein Werk Denkanstöße in Disziplinen wie Naturwissenschaften, Philosophie und Literatur zu geben. Die Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum belebt dieses Vermächtnis durch Ausstellungen, den Aufbau einer »imaginären« Novalisbibliothek, Forschungsarbeit, ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm und den »blauen Garten« vorm Renaissanceschloss.