Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Schloß Wernigerode®
Am Schloss 1
38855 Wernigerode
Telefon: Schloss: (03943) 55 30 30; Touristinformation: (0 39 43) 55378-35
zentrale@schloss-wernigerode.de
www.schloss-wernigerode.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

Mai bis Oktober:

täglich  10:00 - 18:00 Uhr
November bis April:

Di - Fr 10:00 - 17:00 Uhr
Ausschließlich Führungsbetrieb zu jeder vollen Stunde!
Montag geschlossen
Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen 10:00 - 18:00 Uhr


Schloß Wernigerode®
Kunst Geschichte Architektur / Wohnkultur
mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich standesamtliche / kirchliche Trauung möglich Vermietung von Räumlichkeiten in Park / Garten gelegen Restaurant auf dem Museumsgelände Café im Museum oder in unmittelbarer Nähe Museumsshop Audioguide spezielle Angebote für Familien (Führungen, Kinderabteilung, Wegweiser für Kinder) Führun zu festen Zeiten Führung auf Anmeldung
 

Die prägende Persönlichkeit in Wernigerode im 18. Jahrhundert war Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1691–1771). Als »aufgeklärter Absolutist« ließ Christian Ernst einen Lustgarten mit Orangerie anlegen, in dem ursprünglich noch ein Schloss geplant war. Auf diesen Bau wurde verzichtet, um Wernigerode nach dem Stadtbrand von 1751 Hilfe leisten zu können. Der gräfliche Forstmeister Hans Dietrich von Zanthier (1717–1718) war mit seiner Forderung nach Nachhaltigkeit und der Gründung einer Forstakademie Wegbereiter der modernen Waldbewirtschaftung. Auf den Grafen gehen auch das Wolkenhäuschen auf dem Brocken, ein Waisenhaus und die Öffnung der berühmten Stolberg-Wernigerödischen Bibliothek für die Allgemeinheit zurück. Als Berater des Königs Christian VI. stand Christian Ernst dem dänischen Königshaus nah.

Neben den Franckeschen Stiftungen entwickelte sich Wernigerode zu einem der wichtigsten Zentren des Pietismus. Die in der Grafschaft ausgebildeten Prediger, die in Altona, Mecklenburg-Güstrow oder in den reußischen Residenzen in Thüringen eingesetzt wurden, prägten das dortige Kirch- und Schulwesen. Graf Henrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode (1716–1778) pflegte Beziehungen zu den Gelehrten und Schriftstellern Johann Gottfried Herder, Johann Kaspar Lavater, Johann Heinrich Jung-Stilling, Friedrich Gottlieb Klopstock oder zum späteren Bischof von Regensburg, Johann Michael Sailer. Beide Grafen beeinflussten durch eigene Publikationen andere pietistische Gesangsbücher.

Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode (1746–1824) wurde nach Freiherr von Spiegel neuer Domdechant in Halberstadt. Der Graf war wie sein Vorgänger mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim befreundet.

Der Umbau im 19. Jahrhundert verwandelte Schloß Wernigerode® in ein national bedeutsames historistisches Gesamtkunstwerk. Deshalb versteht sich Schloß Wernigerode® heute als Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Dennoch kann man in den Räumen zur »Höfischen Repräsentation« auch in das 18. Jahrhundert eintauchen.