Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
Schriftgröße A | A | A         Druckversion

Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Winckelmann-Gesellschaft e. V. mit Winckelmann-Museum
Winckelmannstraße 36-38
39576 Stendal
Telefon: Museum (03931) 21 52 26; Touristeninformation: (03931) 65 11 90
Fax: Museum (03931) 21 52 27
info@winckelmann-gesellschaft.com
www.winckelmann-gesellschaft.com

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

1. Mai bis 30. September

Di - So 10:00 - 18:00 Uhr

1. Oktober bis 30. April

Di - So 10:00 - 17:00 Uhr

Montag Ruhetag

 

 


Winckelmann-Gesellschaft e. V. mit Winckelmann-Museum
Kunst Geschichte
Parkplatz in unmittelbarer Nähe mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich Café im Museum oder in unmittelbarer Nähe Museumsshop spezielle Angebote für Familien (Führungen, Kinderabteilung, Wegweiser für Kinder) Führung auf Anmeldung
 

Der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie, Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) wurde als Sohn eines Schuhmachers in Stendal geboren. Durch frühe Förderung öffnete sich ihm der Weg zum Studium der Theologie in Halle.

Nach der Zeit als Konrektor der Lateinschule in Seehausen nahm er 1748 die Bibliothekarsstelle beim Grafen Heinrich von Bühnau auf Schloss Nöthnitz an. Bis 1754 konnte er auf die über 42000 Bände umfassende Bibliothek zurückgreifen, dann zog er nach Dresden um. Dort studierte Winckelmann die Gemälde- und Antikensammlung der Kurfürsten. Seine Überlegungen mündeten 1755 in die Veröffentlichung der »Gedanken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst«.

1756 erhielt Winckelmann durch den Kardinalstaatssekretär Alberico Archinto, den er auf Schloss Nöthnitz kennen gelernt hatte, eine Bibliothekarsstelle in Rom. Sein wachsendes Wissen über die Antike verhalf ihm 1763 zum Amt des Präsidenten der Altertümer von Rom. Die Erkenntnisse seiner Arbeit sowie Beobachtungen bei den Ausgrabungen von Pompeji und Herculaneum nutzte er für sein Hauptwerk »Die Geschichte der Kunst des Altertums«, in dem er über die Beschreibung hinaus die griechische Kunst systematisch in Stilperioden einordnete.

Winckelmann, der Beziehungen zu Leopold III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau und Professoren der Universitäten Göttingen und Leipzig unterhielt, auf Literaten wie Lessing und Herder Einfluss hatte, wurde 1768 in Triest ermordet. Wie prägend der Wegbereiter des europäischen Klassizismus war, belegt der Titel einer 1805 erschienen Schrift Goethes: »Winckelmann und sein Jahrhundert«.

Der Lebensweg Winckelmanns ist im Museum ebenso anschaulich präsentiert wie das Werk des Stendalers, Gemälde und Gipsabgüsse griechischer Plastiken. Die ausgestellte Skulptur des Laokoon verweist nicht nur auf den Stellenwert dieser Plastik in Winckelmanns Schaffen, sondern auch auf das Trojanische Pferd im Museumshof: Der Priester Laokoon hatte Troja umsonst vor der Kriegslist der Griechen gewarnt.