Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Schloss Oranienbaum
06785 Oranienbaum-Wörlitz
Telefon: (034904) 20259
www.gartenreich.com

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

April:

Di-So, Feiertage 11:00-17:00 Uhr

Oktober:

Di-So, Feiertage 11:00-17:00 Uhr 

Mai bis September:

Di-So, Feiertage 10:00-18:00 Uhr


Schloss Oranienbaum
Kunst Geschichte Architektur / Wohnkultur
Parkplatz in unmittelbarer Nähe wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich in Park / Garten gelegen Führung auf Anmeldung
 

Durch die Heiratspolitik ihrer Mutter Amalia von Solms, welche die Verbindungen zwischen den reformierten Fürstenhäusern zu festigen suchte und durch die Vermittlung des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg wurde Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637–1708) 1659 mit Johann Georg II. Fürst von Anhalt-Dessau (1627–1693) vermählt. Die Ehe gründete beständige und vorteilhafte Beziehungen zwischen den Niederlanden, Brandenburg-Preußen und Anhalt-Dessau.

Henriette Catharina wechselte aus einem der exklusivsten Höfe und fortschrittlichsten Staaten Europas in das kleine Fürstentum. Auf Unterstützung aus ihrer alten Heimat bauend, initiierte sie mit großem Engagement wirtschaftliche, kulturelle und soziale Unternehmungen. Die an die Niederlande und Brandenburg-Preußen orientierte und praktizierte Toleranzpolitik holte kapitalkräftige Zuwanderer oder technische Spezialisten ins Fürstentum.

Dem Beispiel ihrer Schwester Louise Henriette folgend, die als Frau des Großen Kurfürsten die Stadt Oranienburg gegründet hatte, ließ Henriette Catharina das Stadt-, Schloss- und Parkensemble Oranienbaum anlegen. Der holländische Architekt Cornelis Ryckwaert entwarf den Schlossbau. Durch Lieferungen aus den Niederlanden und eine reiche Erbschaft erhielt das barocke Schloss eine kostbare Innenausstattung. Nach dem Tod Johann Georgs II. regierte Henriette Catharina für ihren Sohn Leopold I., den späteren Fürsten von Anhalt-Dessau, bis 1698 das Land. Danach bewohnte sie Schloss Oranienbaum bis zu ihrem Tod als Witwensitz.

Durch Vererbung an ihre Töchter ist ein Großteil der Inneneinrichtung verstreut worden. Erlebbar sind heute Räume, die der Urenkel Catharinas, Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, im 18. Jahrhundert vorwiegend im chinoisen Stil hatte einrichten lassen. Das niederländische Flair Oranienbaums lässt sich vor allem in zwei Räumen einfangen: Im Ledertapetensaal und im einzigartigen Fliesenkeller, der als Sommerspeiesesaal genutzt wurde. Oranienbaum gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.