Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Schloss Wörlitz
06785 Oranienbaum-Wörlitz OT Wörlitz
Telefon: (034905) 40927 und 4090; Touristinformation: (03 49 05) 202 16
www.gartenreich.com

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

01. April bis 31. Oktober 2013

April und Oktober Di- So, Feiertage 11:00 bis 17:00 Uhr
Mai bis September Di - So, Feiertage 10:00 bis 18:00 Uhr 
Mo nach Vereinbarung

Besichtigung nur mit Führung, Dauer: ca. 1 Stunde


Schloss Wörlitz
Kunst Geschichte Pädagogik Architektur / Wohnkultur
Parkplatz in unmittelbarer Nähe rollstuhlgerechte Ausstattung wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich standesamtliche / kirchliche Trauung möglich in Park / Garten gelegen Restaurant auf dem Museumsgelände Café im Museum oder in unmittelbarer Nähe Museumsshop Führung auf Anmeldung Führun zu festen Zeiten
 

Höhe- und Ausgangspunkt des Gartenreiches Dessau-Wörlitz ist das Schloss Wörlitz mit seinen umgebenden fünf Gartenanlagen. Der vielseitig gebildete Leopold III. Friedrich Franz Fürst von Anhalt-Dessau (1740–1817) und sein Freund sowie Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800) erhielten auf Reisen, die sie u. a. nach England, Frankreich und Italien führten, entscheidende Impulse für ihr Wirken. Besonders die Bekanntschaft mit dem Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann in Rom sollte für die Ausbildung des Klassizismus in Wörlitz prägend sein.

Mit der gestalteten Landschaft, die das »Nützliche mit dem Schönen« verbindet, wollte der Fürst im Sinne der Aufklärung sowohl Vergnügen bereiten als auch bildend wirken.

Die aufgeklärte Haltung des Fürsten zeigte sich auch durch die Gründung des Dessauer Philantrophins, der Chalcographischen Gesellschaft und der »Buchhandlung der Gelehrten«. Diese drei Projekte drückten auf unterschiedlicher Ebene über die Ausbildung von Schülern aller Stände, der Verbreitung von Kunstwerken mit Vorbildcharakter und einem Verlagswesen, das die Rechte der Literaten schützte, den Bildungsanspruch des Fürsten aus.

Der erste Landschaftspark englischer Prägung auf dem europäischem Festland und das von Erdmannsdorff entworfene Schloss – Gründungsbau des Klassizismus in Deutschland – liegen diesen Ideen zugrunde. Das Bildungsprogramm setzte sich im Schloss fort. Gemälde, Skulpturen und Möbel, die auf die Antike, berühmte Kunstwerke oder besuchte Orte Bezug nahmen, verwiesen auf das angestrebte klassizistische Ideal. Das Gesamtkunstwerk aus Schloss und Park war seiner Bestimmung gemäß von Beginn an für jedermann zugänglich. Die kluge Regierung des Fürsten Franz hatte Anhalt-Dessau zu einem Musterstaat in Europa werden lassen.

Die weitgehend originale Einrichtung von Schloss Wörlitz sowie des Gotischen Hauses und zahlreichen anderen Bauten in den Wörlitzer Anlagen zeugen bis heute vom Wirken des aufgeklärten Fürsten. Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.