Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Gottfried August Bürger Museum
Hauptstraße 14
06543 Mansfeld OT Molmerswende
Telefon: (034779) 20580; Touristinformation: (034782) 90342
www.gottfried-august-buerger-molmerswende.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

 

in der Gottfried-August-Bürger-Straße 22:

 

Februar, März und Oktober, November:

Mi, Sa, So 11:00–16:00 Uhr

April bis September

Mi–So 11:00–16:00Uhr und nach Vereinbarung

 


Gottfried August Bürger Museum
Literatur
Parkplatz in unmittelbarer Nähe wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich
 
Vom 2.12.2013 bis zum 31.1.2014 ist das Museum geschlossen. Um dennoch Teile der Sammlung präsentieren zu können, wird zurzeit in der Gottfried-August-Bürger-Straße 22 in Molmerswende eine kleine Ausstellung präsentiert.
Vorgestellt werden Leben und Werk des Molmerswender Pfarrsohns und Verfassers der Abenteuer des berühmten Lügenbarons von Münchhausen.Gottfried August Bürger wurde am 31.12.1747 als Sohn des Pfarrers im kleinen Molmerswende geboren, gestorben ist er 1794 in Göttingen. Der vermögende Großvater aus Aschersleben ermöglichte seine Ausbildung an den Franckeschen Stiftungen und an der Universität in Halle (Saale) und als Jurastudent in Göttingen. Von 1772 bis 1783 war Bürger Amtmann in Altengleichen, eine Tätigkeit, die Bürger zutiefst zuwider war. Mit Mühe erreichte Bürger eine außerordentliche Professur an der Göttinger Universität – unbezahlt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Schriftsteller, als Übersetzer und durch seine Vorlesungen. Er hatte enge Verbindung zum Göttinger Hainbund und war ein enger Freund G. Chr. Lichtenbergs.

Finanziell war Bürger gut gestellt, allerdings gab er regelmäßig mehr aus als er verdiente – Schulden begleiteten ihn sein Leben lang. Persönliches Glück fand er nur kurzzeitig. Seine Ehe zu dritt (die berühmte Molly) und die Ehe mit dem »Schwabenmädel« führten ihn ins gesellschaftliche Abseits. Andererseits verdanken wir der Verbindung zu Molly Liebesgedichte, die zu den besten ihrer Art überhaupt gehören.

Berühmt wurde Bürger durch die Ballade »Lenore«. Er war sowohl der Erfinder der Kunstballade als auch ihr Meister. Seine Balladen erreichten alle Bevölkerungsschichten und wurden vielfach vertont. Auch um die deutsche Sprache hat sich Bürger verdient gemacht, viele seiner Wortschöpfungen haben bis heute überlebt, z. B. querfeldein, sattelfest, Lausejunge. Das heute bekannteste Werk Bürgers ist der »Münchhausen«. Der Ruf Bürgers wurde durch eine von Schiller verfasste aber anonym erschienene Kritik an seinen Gedichten auf Dauer ungerechtfertigt beschädigt. Zu den vielen zeitgenössischen Bewunderern Bürgers gehörte Beethoven und der Bayernkönig Ludwig I. Bei der Eröffnung der Ruhmeshalle »Walhalla« bei Regensburg 1842 gehörte Bürger zu den ersten 160 Geehrten.

Sowohl Bürgers Geburtshaus als auch die Kirche sind weitgehend erhalten geblieben und bilden mit einer prächtigen alten Blutbuche ein wunderschönes Ensemble für mannigfache kulturelle Veranstaltungen. Das Museum zeichnet den Lebensweg Bürgers nach und weist auf seine wichtigsten Werke hin. Von besonderer Bedeutung ist eine umfangreiche Sammlung von Münchhausen-Ausgaben.