Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Museum im Schloss Lützen
Schlossstraße 4
06686 Lützen
Telefon: (034444) 20228
museum.luetzen@gmx.de
www.luetzen-info.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

1. März bis 31. März und
1. November bis 30. November

Di - So 10:00 - 16:00 Uhr

1. April bis 31. Oktober

Di - So 10:00 - 17:00 Uhr

 

Montags und außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Besuch der Einrichtung für Gruppen mit vorheriger Anmeldung möglich.

 


Museum im Schloss Lützen
Geschichte Literatur
Parkplatz in unmittelbarer Nähe wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich Führung auf Anmeldung
 

Der Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume (1763–1810) stammte aus der Gegend zwischen Weißenfels und Lützen. Sein Theologiestudium in Leipzig brach er 1781 nach Beschäftigung mit Lektüre der Aufklärung ab. Nach Verlassen der Stadt wurde er zunächst durch hessische, dann durch preußische Kriegswerber aufgegriffen. Seume konnte erst nach einigen Fluchtversuchen 1787 das Heer verlassen.

Während er von 1787 bis 1792 Jura, Philologie und Geschichte in Leipzig studierte, knüpfte er Kontakt zum Oberkommandierenden der russischen Besatzungstruppen, Otto Heinrich von Igelström, mit dem er bis 1795 in Polen weilte. Nach Seumes Bitte um Entlassung wurde er ohne Pensionsanspruch aus russischen Diensten ausgeschlossen. In seiner Zeit als Lektor beim Verleger Göschen in Grimma von 1797 bis 1801 waren seine Hauptaufgaben die Betreuung von Klopstocks Werken und eines Romans von Wieland. 1797 begann Seume einen Briefwechsel mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim, der ihn später auch finanziell unterstützte.

Seine Wanderung durch Italien, die er als »Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802« literarisch verewigte, ist eines der bedeutendsten Werke der Reiseliteratur und fast ein Gegenentwurf zu Goethes »Italienischer Reise«. Mit einem Blick ›von unten‹ hinterfragte er kritisch die sozialen Verhältnisse. Politisch unliebsame Schriften folgten, die teilweise in mehreren Ländern verboten wurden. Eine Erkrankung zwang Seume 1808 zur Aufgabe, die ihn in finanzielle Schwierigkeiten geraten ließ. Für das Gesuch einer Offizierspension beim russischen Zaren erhielt Wieland, der sich für Seume einsetzte, erst kurz nach dessen Tod einen positiven Bescheid.

Das Museum im Schloss Lützen bewahrt die Sammlung des Seume-Biographen Oskar Planer mit Briefen, Manuskripten und unveröffentlichten Werken. Neben dem Teil der Ausstellung, der den unangepassten Querdenker vorstellt, wecken ein Großdiorama zur Schlacht bei Lützen 1632 im Dreißigjährigen Krieg und die regionale Geschichte das Interesse des Besuchers.