Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
Schriftgröße A | A | A         Druckversion

Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Köthen Kultur und Marketing GmbH - Bachgedenkstätte und Historisches Museum für Mittelanhalt im Schloss Köthen
Schlossplatz 4
06366 Köthen
Telefon: (03496) 70099271 und (03496) 700990
Fax: (03496) 7009929
info@bachstadt-koethen.de
www.bachstadt-koethen.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

Dienstag - Sonntag

10:00 - 17:00 Uhr


Köthen Kultur und Marketing GmbH - Bachgedenkstätte und Historisches Museum für Mittelanhalt im Schloss Köthen
Musik Geschichte
Parkplatz in unmittelbarer Nähe wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich in Park / Garten gelegen Museumsshop Führung auf Anmeldung
 

Seit 1606 war das Fürstentum Anhalt durch Erbteilung in Anhalt-Dessau, Anhalt-Bernburg, Anhalt-Zerbst, Anhalt-Köthen sowie zeitweilig mit Anhalt-Plötzkau in 5 Kleinstaaten zersplittert. Trotz der geringen territorialen Größe gingen von Anhalt-Köthen wichtige kulturelle Impulse aus. Im 17. Jahrhundert gründete Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (1579–1650) mit anderen Aristokraten die »Fruchtbringende Gesellschaft«, die älteste Vereinigung zur Förderung der deutschen Sprache und erste deutsche Akademie, der eine Ausstellung im Apothekengewölbe des Schlosses gewidmet ist.

Fürst Leopold von Anhalt-Köthen (1694–1728), der ab 1715 das Fürstentum regierte, stand durch den Tod seines Vaters Emanuel Leberechts seit 1703 unter der Vormundschaft zweier konträrer Persönlichkeiten: Einerseits die lutherische Mutter Gisela Agnes geborene von Rath und andererseits der reformierte Friedrich I. (1657–1713), König in Preußen. Durch seine Kavalierstour angeregt, gründete Leopold die Köthener Hofmusik neu. Die hervorragenden Musiker übernahm er zum Teil aus der 1713 aufgelösten Kapelle des preußischen Königs.

Diese Grundlage und die Stelle als Hofkapellmeister lockten 1717 Johann Sebastian Bach (1685–1750) ins Fürstentum. Fürst und Künstler standen sich nahe, wie die Patenschaft Leopolds bei der Taufe eines Bach-Sohnes in der Schlosskapelle beweist. Ein Beschluss von 1718 schrieb vor, dass alle Höflinge Taufe und Trauung in der kalvinistischen Kirche ihres Fürsten vollziehen mussten – das betraf auch den Lutheraner Bach. Der reformierte Gottesdienst stellte keine kirchenmusikalischen Verpflichtungen, so dass viele weltliche Werke Bachs u. a. die »Brandenburgischen Konzerte« in Köthen entstanden. Das Interesse Fürst Leopolds für Musik ebbte später ab. Bach nahm deshalb 1723 seinen Dienst als Thomaskantor in Leipzig auf. Da nach Bach kein weiterer Hofkapellmeister berufen wurde, führte er diesen Titel weiter und lieferte noch bis zum Tod Leopolds 1728 Musik für das Fürstenhaus.

Die Köthener Bach-Festtage, der Köthener Herbst und der Nationale Bach-Wettbewerb stehen für das musikalische Erbe der Stadt. Im Museum erfährt man mehr über Bach, den Fürsten und die Umstände jener Zeit. Mit dem Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann (1755–1843) wird eine weitere Persönlichkeit Köthens vorgestellt.