Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
Schriftgröße A | A | A         Druckversion

Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Anhaltische Gemäldegalerie
Puschkinallee 100
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: (0340) 66126000 und 613874
www.georgium.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

Wegen Sanierung ist das Georgium bis auf weiteres geschlossen; eingeschränkte Öffnungszeiten unter www.georgium.de

Touristinformation: (03 40) 20 41 442

 


Anhaltische Gemäldegalerie
Kunst
Parkplatz in unmittelbarer Nähe mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar wissenschaftliche Nutzung der Bestände möglich standesamtliche / kirchliche Trauung möglich Vermietung von Räumlichkeiten in Park / Garten gelegen Restaurant auf dem Museumsgelände Café im Museum oder in unmittelbarer Nähe Museumsshop spezielle Angebote für Familien (Führungen, Kinderabteilung, Wegweiser für Kinder) Führun zu festen Zeiten Führung auf Anmeldung
 

Wegen der umfassenden Sanierung des Schlosses Georgium ist die Ständige Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau seit dem 31.12.2011 bis auf weiteres geschlossen.
Zu besichtigen sind weiterhin – jedoch zu eingeschränkten Öffnungszeiten – die Sonderausstellungen in der Orangerie und im Fremdenhaus des Schlosses Georgium.
 

 

Das Schloss Georgium geht auf den Prinzen Johann Georg von Anhalt-Dessau (1748–1811), den jüngeren Bruder des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt Dessau, zurück. Der Prinz stand dem aufgeklärten Kreis seines Bruders nahe, musste jedoch aus politischen Gründen im preußischen Heer dienen, das er auf eigenen Wunsch 1779 verließ. Nach seiner Rückkehr beauftragte er Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff (1736–1800) mit dem Bau des klassizistischen Landhauses. Zum Schloss gehört der bedeutende Park, der von Johann George Schoch und Johann Friedrich Eyserbeck angelegt wurde.

Im Georgium befindet sich seit 1959 die Anhaltische Gemäldegalerie, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der neuen Länder. Im Haus sind Werke der alten Malerei und Graphik vom Spätmittelalter bis zum frühen 19. Jahrhundert von Künstlern wie Cranach d. Ä., Baldung, Brueghel, Thoma, Klinger und Slevogt zu sehen. Den Grundstock der Gemäldegalerie bilden Kunstwerke aus den fürstlichen Sammlungen Anhalts und insbesondere die in Frankfurt erworbenen Bestände niederländischer Malerei der Prinzessin Henriette Amalie von Anhalt-Dessau. Mit der ständigen Ausstellung »Anhalt und das 18. Jahrhundert«, einer außerhalb Frankfurts einmaligen Auswahl Frankfurter Maler der Goethezeit, die ebenfalls auf die Sammeltätigkeit der aus Dessau verstoßenen Prinzessin Henriette Amalie zurückgeht, und weiteren Werken ist das

18.Jahrhundert mit Künstlern wie Adám Mányoki, der Malerfamilie Tischbein, Wilhelm Schadow, Jakob Philipp Hackert und Johann Conrad Seekatz vertreten.

Zwei Besonderheiten vereint das Historische Fremdenhaus: Als Bau an sich, mit je einer gotischen, palladianischen, barocken und klassizistischen Fassade sowie mit einer Ausstellung von Kunstreproduktionen der Chalkographischen Gesellschaft. Das Unternehmen, das zwischen 1796 und 1803 bestand, wurde u. a. von Erdmannsdorff und Fürst Franz gegründet. Durch die hochwertige Reproduktion von ausgewählten Kunstwerken sollte durch deren Verbreitung die Ausbildung des allgemeinen Geschmacks gefördert werden. Im Fremdenhaus befinden sich außerdem eine hochwertige Sammlung von Handzeichnungen und Druckgraphiken des 16. bis frühen 19. Jahrhunderts, der künstlerische Nachlass Erdmannsdorffs und eine große Anzahl von Gartenplänen aus dem Dessauer Gartenreich.

 
Museum für Stadtgeschichte Dessau - im Johannbau
Schloßplatz 3a
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: (0340) 2209612
Fax: (0340) 8003795
museum@stadtgeschichte.dessau.de
www.stadtgeschichte.dessau.de

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen 10:00–17:00 Uhr. Im Januar 2016 und Dezember 2015/16 geschlossen.
Museum für Stadtgeschichte Dessau - im Johannbau
Geschichte
 

Im 18. Jahrhundert wurde das Fürstentum Anhalt-Dessau von zwei Herrscherpersönlichkeiten repräsentiert, die weit über die Grenzen hinaus Bedeutung erlangt haben. Leopold I. von Anhalt-Dessau (reg.1698–1747), bekannt als der »Alte Dessauer«, ging als einer der populärsten brandenburg-preußischen Heerführer und Militärreformer in die Geschichte ein. Unter seinen 1715 begonnenen Reformen (u. a. Einführung des Gleichschritts und des eisernen Ladestocks) avancierte das preußische Heer zum schlagkräftigsten Europas. Seinen letzten großen Erfolg feierte der »Alte Dessauer« 1745 in der Schlacht von Kesselsdorf; sein Sieg beendete den 2. Schlesischen Krieg vorzeitig. Anhalt-Dessau erlebte unter Leopold I. den Höhepunkt des Absolutismus. Kühl rechnend und mit harter Hand setzte er eine Vielzahl von Maßnahmen durch, die seine Einnahmen erhöhten und ihn zum größten Grundbesitzer seines Landes machten. Verheiratet war Leopold seit 1698 mit der Dessauer Apothekerstochter Anna Luise Föhse.

Sein Enkel, Leopold Friedrich Franz (reg. 1758–1817), baute dagegen Anhalt-Dessau zu einem bedeutenden Zentrum der Aufklärung aus. Das Reformwerk des »Friedensfürsten« Franz war umfassend und berücksichtigte ökonomische, soziale, medizinische, pädagogische und ästhetische Aspekte. In der Verbindung des »Nützlichen« mit dem »Schönen« verwirklichte »Vater Franz« in seinem Land konsequent die Ideale der Aufklärung. Das Fürstentum galt als »Zierde und Inbegriff des

18. Jahrhunderts«. Neben dem berühmten Dessau-Wörlitzer Gartenreich zählen u.a. auch das Dessauer Philanthropinum, die Buchhandlung der Gelehrten sowie die Chalcographische Gesellschaft zu den überall gepriesenen Höhepunkten.

Das Museum ist seit 2005 im Johannbau untergebracht, dem Westflügel des im 2. Weltkrieg zerstörten Residenzschlosses von Dessau. Der Johannbau (1528–33) war einer der frühesten und bedeutenden Schlossbauten der deutschen Frührenaissance. 1945 schwer beschädigt, wurde er ab 1990 wieder instandgesetzt. Die Zeit des »Alten Dessauers« und des Fürsten Franz bildet das Herzstück der neuen Dauerausstellung zur Geschichte Dessaus und Anhalt-Dessaus.

 
Schloss Mosigkau
Knobelsdorffallee 2/2
06847 Dessau-Roßlau
Telefon: (0340) 502 55 721; Touristinformation: 0340/ 204 14 42
www.gartenreich.com

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

01. April bis 31. Oktober 2013

Sie können das Schloss im Rahmen einer Führung kennenlernen!

April: Sa, So, Feiertage: 10:00 bis 17:00 Uhr

Mai bis September: Di bis So, Feiertage: 10:00 bis 17:00 Uhr

Oktober: Sa, So, Feiertage und 22.10.-​25.10.: 10:00 bis 17:00 Uhr


Schloss Mosigkau
Kunst Architektur / Wohnkultur
 

Als Lieblingstochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, dem »Alten Dessauer«, erhielt Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715–1780) 1742 ein am Rande des Dorfes Mosigkau liegendes Gut mit allen Rechten und zugehörigen Ländereien geschenkt.

Anna Wilhelmine, die unverheiratet blieb, hatte ein besonderes Interesse für Architektur und war in den schönen Künsten gebildet. Ihre beträchtliche Apanage von jährlich 15.000 Reichstalern nach dem Tode des Vaters und das Lebenswerk ihrer Großmutter Henriette Catharina mit Schloss Oranienbaum vor Augen, förderten sicherlich den Entschluss der Fürstentochter, ein ähnliches Projekt anzugehen.

Vermutlich hatte Anna Wilhelmine vor Baubeginn Kontakt zum Hofarchitekten Friedrichs II. (des Großen) Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Inspiriert von seinen Ideen, aber auch durch die eingesetzten Bildhauer und Stuckateure, die alle enge Verbindungen zum Potsdamer Hof hatten, entstand ein Rokoko-Ensemble, das heute liebevoll »Das kleine Sanssouci« genannt wird. Zunächst als reines Sommerlustschloss geplant, wurden die Pläne zugunsten einer ständig bewohnbaren Anlage geändert. Garten und Schloss sind in dem nur 72 Meter breiten und 440 Meter langen Gelände meisterhaft aufeinander bezogen. Höhepunkt der gut erhaltenen Inneneinrichtung ist der Galeriesaal mit seiner nahezu unveränderten Originalhängung der Bilder. Die Gemälde so bedeutender niederländischer Künstler wie Rubens, van Dyck und Brueghel d. Ä. stammten größtenteils aus der Hinterlassenschaft Henriette Catharinas von Oranien-Nassau.

Noch zu Lebzeiten verfügte Anna Wilhelmine, dass nach ihrem Tode Schloss Mosigkau als »Hochadeliges Fräuleinstift« genutzt werden sollte. Für sechs unverheiratete Damen und eine Äbtissin protestantischen Glaubens bot das Schloss ein Zuhause. Bis 1945 lebten und arbeiteten hier insgesamt 46 Stiftsdamen. Das Rokoko-Kleinod hat die Zeit unbeschadet überstanden und lädt zum Lustwandeln ein. Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.