Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert - Schätze lebendiger Vergangenheit
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Orte und Partner

Museen

Museen mit einer Sammlung und ständigen Ausstellungen zum 18. Jahrhundert.

Schloss Mosigkau
Knobelsdorffallee 2/3
06847 Dessau-Mosigkau
Telefon: (0340) 521139
www.gartenreich.com

Anreise mit der Bahn

Öffnungszeiten:

Mai bis Sept Di–So 10–18 Uhr;

Besuch nur mit Führung möglich;

April und Okt Sa, So, Feiertage

10–17 Uhr


Schloss Mosigkau
Kunst Architektur / Wohnkultur
 

Als Lieblingstochter des Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau, dem »Alten Dessauer«, erhielt Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau (1715–1780) 1742 ein am Rande des Dorfes Mosigkau liegendes Gut mit allen Rechten und zugehörigen Ländereien geschenkt.

Anna Wilhelmine, die unverheiratet blieb, hatte ein besonderes Interesse für Architektur und war in den schönen Künsten gebildet. Ihre beträchtliche Apanage von jährlich 15.000 Reichstalern nach dem Tode des Vaters und das Lebenswerk ihrer Großmutter Henriette Catharina mit Schloss Oranienbaum vor Augen, förderten sicherlich den Entschluss der Fürstentochter, ein ähnliches Projekt anzugehen.

Vermutlich hatte Anna Wilhelmine vor Baubeginn Kontakt zum Hofarchitekten Friedrichs II. (des Großen) Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Inspiriert von seinen Ideen, aber auch durch die eingesetzten Bildhauer und Stuckateure, die alle enge Verbindungen zum Potsdamer Hof hatten, entstand ein Rokoko-Ensemble, das heute liebevoll »Das kleine Sanssouci« genannt wird. Zunächst als reines Sommerlustschloss geplant, wurden die Pläne zugunsten einer ständig bewohnbaren Anlage geändert. Garten und Schloss sind in dem nur 72 Meter breiten und 440 Meter langen Gelände meisterhaft aufeinander bezogen. Höhepunkt der gut erhaltenen Inneneinrichtung ist der Galeriesaal mit seiner nahezu unveränderten Originalhängung der Bilder. Die Gemälde so bedeutender niederländischer Künstler wie Rubens, van Dyck und Brueghel d. Ä. stammten größtenteils aus der Hinterlassenschaft Henriette Catharinas von Oranien-Nassau.

Noch zu Lebzeiten verfügte Anna Wilhelmine, dass nach ihrem Tode Schloss Mosigkau als »Hochadeliges Fräuleinstift« genutzt werden sollte. Für sechs unverheiratete Damen und eine Äbtissin protestantischen Glaubens bot das Schloss ein Zuhause. Bis 1945 lebten und arbeiteten hier insgesamt 46 Stiftsdamen. Das Rokoko-Kleinod hat die Zeit unbeschadet überstanden und lädt zum Lustwandeln ein. Die Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz.