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Die Themen dieser Ausgabe:

AUSSTELLUNGEN
VERANSTALTUNGEN
VORTRAGSREIHEN
AUS DEN HÄUSERN

Newsletter 08 des Museumsnetzwerks "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert"

 

                 „Geselligkeit ist der Grund der Humanität“
                 (J. G. Herder)


Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Programm der Monate Mai und Juni ist vielgestaltig wie unser Netzwerk selbst, in dem Museen mit weiteren kulturellen Einrichtungen sowie mit Partnern aus Wissenschaft und Tourismus verbunden sind. Mit diesem unserem achten Newsletter möchten wir Sie über die wichtigsten Ausstellungen und Veranstaltungen zum Themenjahr „Geselligkeiten“ sowie über Neuigkeiten aus unseren Häusern informieren.

 


AUSSTELLUNGEN

Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg: Augenschmaus. Festliche Tafeln am Merseburger Hof und die Serviettenfaltkunst des 16. bis 18. Jahrhunderts (bis 17. Juni)
Die in den europäischen Fürstenhäusern übliche Praxis, festliche Tafeln mit repräsentativen Dekorationen zu schmücken, wie auch konkrete Festlichkeiten in der Merseburger Residenz vom 16. bis zum 18. Jahrhundert stehen im Blickpunkt der Ausstellung „Augenschmaus“.

  • Kulturstiftung DessauWörlitz, Schloss Wörlitz: Fremde Welt ganz nah – Pompeji und Herculaneum im Gartenreich Dessau-Wörlitz (bis 26. August)
    Im Gartenreich Dessau-Wörlitz trifft der Besucher auf die früheste und bedeutendste Rezeption der sensationellen Ausgrabungsfunde vom Fuße des Vesuvs. Die kunstvollen Wandmalereien und Stuckaturen des Schlosses gehen auf Vorbilder aus Pompeji und Herculaneum zurück. Hier ist Italien in Anhalt zu entdecken.
  • Halle, Franckesche Stiftungen, Historisches Waisenhaus: Weil sie die Seelen fröhlich macht. Protestantische Musikkultur seit Martin Luther (bis 23. September 2012)
    Die Ausstellung präsentiert 500 Jahre Musik im Protestantismus. Einen Schwerpunkt bildet die Musikpflege in Halle und den Franckeschen Stiftungen, die gerade im 18. Jahrhundert eine Blütezeit erlebte. So spielte das gemeinsame Singen in der Schulstadt August Hermann Franckes eine entscheidende Rolle. Lieder wie „Stille Nacht“ oder „Macht hoch die Tür“ wurden durch die in den Franckeschen Stiftungen herausgegebenen Liedersammlungen erst populär. Wie schon Luther die neue Theologie in Liedern transportierte, verwendeten auch die Halleschen Pietisten dieselbe Strategie in ihren öffentlichen Singestunden.
  • Halle, Händelhaus: „Singe, Seele, Gott zum Preise“. Der Hamburger Dichter Barthold Heinrich Brockes (1680-1747) (bis 30. September)
    Die Ausstellung würdigt das Schaffen des mit Händel befreundeten Hamburger Senators und Dichters. Sie zeigt ein originales Porträt, ein wertvolles Manuskript sowie frühe Drucke und lädt in Brockes‘ Garten ein.
  • Halle, Händel-Haus: „… sehr stark in seiner Kunst“ – Friedrich Wilhelm Zachow (1663–1712). Zum 300. Todestag des Komponisten (bis 31. Januar 2013)
    Friedrich Wilhelm Zachow (1663–1712), der Lehrer Händels, war als Organist und Komponist einer der bedeutendsten mitteldeutschen Meister seiner Zeit. Er prägte das Musikleben in Halle nach der Auflösung der Residenz ganz wesentlich. Die Ausstellung zeigt Zachows Bedeutung als Musiker, Komponist und Pädagoge.

 


VERANSTALTUNGEN

Do./Fr., 10./11. Mai 2012, Halle, Historisches Waisenhaus, Franckeplatz 1
Kampf um die Aufklärung? Neue Perspektiven auf Halle im 18. Jahrhundert
Interdisziplinärer Workshop des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung, des Instituts für Geschichte der MLU und der Franckeschen Stiftungen
Wiss. Leitung: Dr. Renko Geffarth, Dr. Markus Meumann, PD Dr. Holger Zaunstöck, Marianne Taatz-Jacobi M.A.
Anlässlich des 65. Geburtstages der halleschen Frühneuzeit-Historikerin Monika Neugebauer-Wölk beschäftigt sich das Kolloquium mit der Geschichte Halles als einem der Kristallisationsorte intellektueller, kultureller, religiöser und sozialer Entwicklungen im 18. Jahrhundert. Dabei sollen die stereotypen Dichotomien von Aufklärung und Pietismus, Aufklärung und Gegenaufklärung, Vernunft und Religion oder Stadtgesellschaft und Universität einer kritischen Revision unterzogen werden.

So., 20. Mai und 24. Juni, jeweils 15.00 Uhr, Führungen des Stadtmuseums Halle auf der Oberburg Giebichenstein und durch den Amtsgarten (Treffpunkt: Oberburg Giebichenstein)
Der geführte Spaziergang durch den Amtsgarten und Reichardts Garten bietet Historisches, Literarisches und botanische Entdeckungen. Er thematisiert die Zeit des 18. und des frühen 19. Jahrhunderts insbesondere unter dem Aspekt der Feste und Geselligkeiten.

Mi., 30. Mai, 17.30 Uhr, Dessau-Roßlau, Schloss Mosigkau: Ein Besuch bei Anna Wilhelmine Prinzessin von Anhalt-Dessau in ihrem Sommersitz Schloss Mosigkau. Sonderführung mit Kristina Schlansky

Sa., 2. Juni 2012, 19.00 Uhr, Halle, Händel-Haus: Händels Halle um 1700. Begegnungen mit Friedrich Wilhelm Zachow und Barthold Heinrich Brockes. Sonderführung durch die Ausstellungen mit Dr. Konstanze Musketa

Mi., 6. Juni, 18.00 Uhr, Halle, Stadtmuseum Halle, Christian-Wolff-Haus
Wie atheistisch war die Aufklärung? Eine Podiumsdiskussion mit Philipp Blom
Der Publizist und Historiker Dr. Philipp Blom (Wien), Autor der vielbesprochenen Studie „Böse Philosophen: Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung“ (2011) diskutiert mit dem Halleschen Theologen Prof. Dr. Ulrich Barth. Moderation: Prof. Dr. Daniel Fulda. Eine Kooperation des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung und des Stadtmuseums Halle, Christian-Wolff-Haus mit dem Netzwerk „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert“.


Werke des 18. Jahrhunderts auf dem Programm des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt

Die Hochzeit des Figaro
Commedia per musica in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Oper Halle
So., 6. Mai, 27. Mai, 24. Juni, jeweils 14.30 Uhr

HÄNDEL-FESTSPIELE 2012 – La Resurrezione
Oratorium von Georg Friedrich Händel
Lautten Compagney Berlin
Sa., 2. Juni, und So., 3. Juni, jeweils 14.30 Uhr, Mo., 4. Juni, 19.00 Uhr

HÄNDEL-FESTSPIELE 2012 – Terpsicore
Georg Friedrich Händel
Les Talens Lyriques und Les Fêtes galantes
Sa., 9. Juni, und So., 10. Juni, jeweils 14.30 Uhr

BACHFEST 2012 - Cleofide
Oper in drei Akten von Johann Adolph Hasse (ungehört)
Batzdorfer Hofkapelle
Mi., 13. Juni, und Do., 14. Juni, jeweils 19:00 Uhr

Don Giovanni
Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Theater Magdeburg
Sa., 30. Juni, und So., 1. Juli, jeweils 14.30 Uhr

 


VORTRAGSREIHEN

Amüsement und Risiko: Spielkulturen der Aufklärung. Vortragsreihe des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung. Leitung: Prof. Dr. Robert Fajen
Für die Aufklärung ist – ungeachtet ihrer ernsten Absichten – das Konzept des Spiels von grundlegender Bedeutung. Zahlreiche Schlüsselfragen der Epoche verweisen auf praktische oder theoretische Aspekte des Spiels. Hierzu zählen etwa Fragen nach der (Un-)Berechenbarkeit des Zufalls, nach dem Verhältnis von Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit, von Einsatz und Risiko, von Freiheit und Regel sowie auch moralisch brisante Probleme wie Zeitvertreib und Zeitvergeudung oder Vertrauen und Betrug.
Jeweils Mittwoch, 18.00 Uhr s.t., Franckeplatz 1, Haus 54, Christian-Thomasius-Zimmer

  • 9. Mai – Prof. Dr. Andrea Gottdang (Salzburg): Giandomenico Tiepolos „Divertimento per li regazzi“. Das Spiel vom Leben und Sterben des Punchinello
  • 23. Mai – Prof. Dr. Natascha Adamowsky (Freiburg i. Br.): Himmlische Flugspiele. Zur Vorgeschichte des Fliegens zwischen ästhetischer Illusion und wunderbarer Technik
  • 27. Juni – Prof. Dr. Michael North (Greifswald): Freie Zeit und Unterhaltung im 18. Jahrhundert
  • 12. Juli – Prof. Dr. Andreas Gelz (Freiburg i. Br.): Das Spiel zwischen Muße und Müßiggang. Soziabilität im Spanien des 18. Jahrhunderts

Stadtgeschichte braucht Raum – Gärten und Geselligkeit in Halle. Freiluftvortragsreihe des Vereins für hallische Stadtgeschichte e. V.

  • Mo., 11. Juni, 18.00 Uhr, Der Botanische Garten, Treffpunkt Am Kirchtor 3
    Dr. Heike Heklau „Vom Hortus medicus zum Botanischen Garten“, Begrüßung Prof. Dr. Helge Bruelheide
  •  Mo., 18. Juni, 18:00 Uhr, Der Amtsgarten, Treffpunkt Seebener Straße, Zugang zum Park / östlicher Eingang zur Unterburg
    Führung durch den Garten mit Frau Uta Forner vom Stadtmuseum Halle anschließend Literarischer Abend und Autorengespräch. Wilhelm Bartsch liest aus seinem Roman Meckels Messerzüge (Osburg Verlag).
  • Mo., 2. Juli, 18.00 Uhr, Reichardts Garten, Treffpunkt Seebener- bzw. Wittekindstraße
    PD Dr. Kathrin Eberl-Ruf: „Lieder geselliger Freude“ – Musik bei den Reichardts“
    Dr. Ralf-Torsten Speler: Johann Friedrich Reichardt, die Dessauer Fürstin und die Gartenkunst
    Musikalische Begleitung: Studentisches Ensemble, Leitung: Stefan Garthoff
  • Mo., 17. September, Der Pflanzgarten der Franckeschen Stiftungen, 18.00 Uhr, Treffpunkt Franckeplatz 1, zwischen Haus 31 und Haus 42
    Dipl. biol. Cornelia Jäger: Vom Hortus Medicus August Hermann Franckes zur Umweltbildung im Pflanzgarten – 300 Jahre Schulgärten in den Franckeschen Stiftungen
    „Von der Natur und Nutzen der Botanic überhaupt“. Lesung aus naturkundlichen Lehrbüchern des 18. Jahrhunderts der Franckeschen Anstalten mit Claudia Langosch

 


AUS DEN HÄUSERN

Wer das Zeitalter der Aufklärung im heutigen Sachsen-Anhalt aus den Quellen heraus erforschen möchte, findet im Landeshauptarchiv Sachsen Anhalt eine überaus reiche Überlieferung. Unter www.lha.sachsen-anhalt.de/recherche können die Findmittel – etwa diejenigen der Kriegs- und Domänenkammer zu Magdeburg, der kursächsischen Ämter oder der Abteilungsbestände der Fürstentümer Anhalt-Bernburg und Anhalt-Köthen – neuerdings online recherchiert werden. Insgesamt hat das Landeshauptarchiv 370 000 Datensätze aus seiner Archivdatenbank zur Online-Recherche frei geschaltet.

Im Christian-Wolff-Haus Halle wurde kürzlich ein frisch restauriertes Schreibmöbel – zugleich Kommode, Sekretär und Kabinettschrank – der Öffentlichkeit vorgestellt, das, wie eingehende Recherchen ergeben haben, mit großer Sicherheit aus dem persönlichen Besitz des halleschen Philosophen Christian Wolff stammt und wohl zur Ausstattung des Erdgeschosszimmers seines Hauses gehörte. Das Stück wird als Dauerleihgabe des Landeskunstmuseums Sachsen-Anhalt Stiftung Moritzburg seinen Platz in der neuen Dauerausstellung „Geselligkeit und die Freyheit zu philosophieren“ – Halle im Zeitalter der Aufklärung“ im Christian-Wolff-Haus finden.

Dank der Unterstützung der Sparkasse Mansfeld-Südharz konnte das Burg- und Schlossmuseum Allstedt einen Gedichtband der aus Allstedt gebürtigen Dichterin Margaretha Susanna von Kuntsch aus dem Jahr 1720 erwerben. Die Neuerwerbung wird in der Ausstellung „Von Kaiser, Koenig und tanzendem Wasser“ des Verbundes „Erlebniswelt-Museen e. V.“ in Sangerhausen, Hettstedt, Allstedt zu sehen sein.

Das Land Sachsen-Anhalt hat der Kulturstiftung DessauWörlitz elf Porträtgemälde als Dauerleihgaben übergeben, die einst im Besitz des Herzoghauses Anhalt-Dessau waren. Damit kehren die Bildnisse nach 67 Jahren und langer Odyssee in ihre Heimat Anhalt zurück. Die Bildnisse werden bis zum 13. Mai 2012 im Rahmen der Führung in einer Sonderausstellung im Mezzanin des Schlosses Mosigkau zu sehen sein. Anschließend werden sie in die Schlösser der Stiftung eingegliedert.

Der Ruf des historischen, von Goethe geplanten und dem Architekten Heinrich Gentz errichteten Theaters zieht jedes Jahr tausende Menschen in die Historischen Kuranlagen und Goethe-Theater Bad Lauchstädt GmbH. Im Anschluss an die Vorstellungen können die Theaterbesucher in dieser Saison an einer Führung hinter die Kulissen teilnehmen und das geschäftige Treiben der Bühnenarbeiter miterleben.

Zu den „schönsten Kunstsammlungen“, die der neue Zeit-Museumsführer in Wort und Bild vorstellt, gehören nicht weniger als fünf der Partner des Netzwerks „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert“: das Gleimhaus Halberstadt, die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, die Stiftung Moritzburg in Halle, die Franckeschen Stiftungen mit ihrer Kunst- und Naturalienkammer und das Winckelmann-Museum Stendal (Die Zeit: Museumsführer. Die schönsten Kunstsammlungen – noch mehr Entdeckungen. Hg. v. Hanno Rauterberg, Hamburg 2012).



Weitere Informationen unter www.LSA18.de.


Wir möchten Sie herzlich in unsere Häuser einladen.
Mit freundlichen Grüßen

LSA18


Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert

Pressearbeit: Dr. Reimar Lacher
Das Gleimhaus – Literaturmuseum und Forschungsstätte
Domplatz 31
D-38820 Halberstadt
Tel. (03941) 68 71-32


Herausgeber: Das Gleimhaus in Trägerschaft des Förderkreises Gleimhaus e.V.

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