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Die Themen dieser Ausgabe:

AUSSTELLUNGEN
VERANSTALTUNGEN
PUBLIKATIONEN
JUBILÄEN
IN EIGENER SACHE

Newsletter 11 des Museumsnetzwerks „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert", Nov./Dez. 2012

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit zwei Jahren beschäftigt sich das Museumsnetzwerk „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert" mit dem Thema „Geselligkeiten – Von gelehrten Zirkeln, literarischen Kreisen und volkstümlichen Festen". In den kommenden Wochen können als Früchte dieser Arbeit die neue Dauerausstellung des Christian-Wolff-Hauses, eine entschiedene Bereicherung der Museumslandschaft Halles wie auch der musealen Präsentation zum Zeitalter der Aufklärung in Sachsen-Anhalt, sowie eine Reihe von Publikationen zum Thema präsentiert werden.

Mit diesem unserem elften Newsletter möchten wir Sie über die Höhepunkte unseres Programms, in denen auch das Friedrich-Jahr vernehmlich ausklingt, sowie über Neuigkeiten aus unseren Häusern informieren.

 


AUSSTELLUNGEN

Halle, Stadtmuseum Halle/Christian-Wolff-Haus: Geselligkeit und die „Freyheit zu philosophieren" – Halle im Zeitalter der Aufklärung. Dauerausstellung (ab 27. Nov.)

Die neue Ausstellung in dem Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert, das dem Philosophen Christian Wolff (1679-1754) als Wohnsitz diente, entführt die Besucher in eine bewegte Epoche der halleschen Stadtgeschichte. Zahlreiche noch niemals öffentlich gezeigte Originale aus den Sammlungen des Stadtmuseums und von anderen Leihgebern lassen das Zeitalter anschaulich werden. Zu diesen Objekten gehört der barocke Schreibsekretär Christian Wolffs, der als Professor der halleschen Universität die Ideengeschichte des 18. Jahrhunderts mitprägte. Das Möbel konnte unlängst an seinen ursprünglichen Ort zurückgeführt und im Kaminzimmer des Hauses aufgestellt werden. Im Erdgeschoss ist ferner ein „Kontor der Gelehrsamkeit" mit zahlreichen Sammlungsstücken aus dem 18. Jahrhundert eingerichtet, das an die Verlegerfamilie Gebauer erinnert, die nach Wolff in dem Haus ansässig war. Die Ausstellung wurde durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert. Eröffnung siehe unter Veranstaltungen, 26. Nov.

 

Halberstadt, Gleimhaus: Tempel der Freundschaft – Schule der Humanität – Museum der Aufklärung. 150 Jahre Gleimhaus (23. Sept. bis 6. Jan. 2013)

Im Jahr 1862 wurde das Gleimhaus als eines der ersten deutschen Literaturmuseen eröffnet. Grundlage der Arbeit bis heute sind die Sammlungen von Bildern, Büchern und Handschriften, die Johann Wilhelm Ludwig Gleim im Zusammenhang mit seiner Freundschafts- und Geselligkeitskultur zusammengetragen hat. Mit historischen Inszenierungen und interaktiven Stationen wird der ethische Gehalt von Gleims Sammlungen sinnfällig gemacht und in die Geselligkeit des 18. Jahrhunderts eingeführt.

 

Weißenfels, Museum Schloss Neu-Augustusburg: Weißenfels und Friedrich II. von Preußen (bis 10. März 2013)

Mehrfach waren Friedrich II. und preußische Truppen in Weißenfels, stets im kriegerischen Zusammenhang, stets als Feinde und stets als Sieger, wie in der Ausstellung zu erfahren ist.

 

Halle, Franckesche Stiftungen: Brückenschläge. Daniel Ernst Jablonski im Europa der Frühaufklärung (bis 10. Febr. 2013)

Der Theologe Daniel Ernst Jablonski (1660–1741) wirkte ab 1693 als reformierter Prediger am kurfürstlichen Hof in Berlin und war zugleich Bischof der Brüder-Unität in Polen. Zusammen mit Leibniz gründete er 1700 in Berlin die erste deutsche Akademie der Wissenschaften. Jedoch reichte sein Wirken weit über Preußen hinaus, so dass seine Ideen von Völkerverständigung, Toleranz und Bildung im Europa der Frühaufklärung auf fruchtbaren Boden fielen.

 

Halle, Franckesche Stiftungen: Maulbeerbaum und Seidenspinner. Seidenbau in den Franckeschen Stiftungen. Kabinettausstellung aus Anlass des 300. Geburtstags Friedrichs II. (bis 7. April 2013)

Um den steigenden Bedarf an Seidenstoffen für das preußische Königshaus zu decken und teure Importe zu umgehen, ordnete Friedrich II. 1744 dem Halleschen Waisenhaus an, eine Maulbeerbaum-Plantage für die Seidenraupenzucht anzulegen. Gotthilf August Francke setzte diese Anweisung in die Tat um. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte des Seidenbaus in den Franckeschen Stiftungen von ihren Anfängen bis zu ihrem Niedergang.

 

Haldensleben, Museum: Friedrich der Große und seine Zeit. Zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs (bis 21. April 2013)

In Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Zinnfiguren Magdeburg e. V. zeigt das Museum Haldensleben in Zinnfigurenschaukästen lokale Episoden und historische Begebenheiten um den Preußenkönig.

 

Magdeburg, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt: Friedrich II. und seine Länder – Spuren in Sachsen-Anhalt (11. Dez. bis 26. April 2013)

Zu sehen sind Dokumente aus den verschiedensten Bereichen des Wirkens des Preußenkönigs – von Huldigungen über die Kolonisation bis hin zur Festung Magdeburg. Zur Eröffnung am 10. Dez., um 18.00 Uhr spricht Prof. Dr. Jürgen Kloosterhuis, Direktor des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz Berlin, zum Thema „Friedrich der Große am Sarg des Großen Kurfürsten – Der König im Spannungsfeld von Vorbild und Vergänglichkeit".

 


VERANSTALTUNGEN

26. Nov., 14.00 Uhr, Halle, Stadtmuseum Halle/Christian-Wolff-Haus | Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Geselligkeit und die ‚Freyheit zu philosophieren‘ – Halle im Zeitalter der Aufklärung"

Es sprechen der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Reiner Haselhoff, Schirmherr des Netzwerks „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert"; Dr. Ute Pott, Direktorin des Gleimhauses und Gesamtleitung des Netzwerks, Prof. Dr. Jürgen Stolzenberg, Universität Halle-Wittenberg „Über die Freiheit zu philosophieren", Cornelia Zimmermann, Kuratorin Christian-Wolff-Haus und Themenjahresleitung „Geselligkeiten".

 

28. Nov, 18.00 Uhr, Halle, Franckesche Stiftungen, Haus 1 | Buchpräsentation

Die Herausgeber Erdmut Jost und Holger Zaunstöck präsentieren ihr Buch „Goldenes Zeitalter und Jahrhundert der Aufklärung. Kulturtransfer zwischen den Niederlanden und dem mitteldeutschen Raum im 17. und 18. Jahrhundert" (Ergebnisse der Jahrestagung der Dessau-Wörlitz-Kommission 2010)

 

4. Dez., 19.00 Uhr, Halle, Christian-Wolff-Haus | Das Philosophische Gespräch. Georg Friedrich Meiers Differenzierung der Sprache in eine gewöhnliche, ästhetische, gelehrte und homiletische Sprache

Gesprächsrunden zum Thema: Erwerb kommunikativer Fähigkeiten – Voraussetzung zum geselligen Leben. Veranstaltet von der Hallischen Philosophischen Bibliothek.

 

5. Dez., 19.30 Uhr, Halle, Händel-Haus | Bildgewordene Melodie. Die Bedeutung der Musik im Werk des romantischen Malers Philipp Otto Runge (1777–1810)

Vortrag von Dr. Bettina Vogel von Frommannshausen (Kunsthistorikerin, Halle) in der Reihe „Musik hinterfragt"

 

13. Dez., 15.00 Uhr, Halberstadt, Gleimhaus | Schreibwerkstatt „Lyrix"

Schreibwerkstatt für Schüler der 5 bis 12. Klasse mit der Dichterin Daniela Danz unter dem Motto „Tempel der Freundschaft" im Rahmen des Lyrikwettbewerbs „Lyrix" von Deutschlandradio Kultur und dem Deutschen Philologenverband. Anmeldungen unter info-lyrix(at)dradio.de (Teilnahme kostenlos).

 


PUBLIKATIONEN

Rainer Falk: „Sie hören nicht auf, sich um unsre Litteratur, und ihre Freunde, verdient zu machen!" – Friedrich Nicolai (1733–1811). Katalog zur Ausstellung im Gleimhaus Halberstadt. Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2012 (192 S., geb., 160 x 240 mm, mit Farb- und s/w-Abb., ISBN 978-3-89812-964-0, 20,- €)

Darstellung von Leben und Werk Nicolais sowie der vielfältigen Formen aufklärerischer Kommunikation, die er als Reisender und Korrespondent, als Mitglied und Gründer zahlreicher Gesellschaften, als Kritiker, Schriftsteller und Verleger maßgeblich geprägt und gestaltet hat.

 

Erdmut Jost/Daniel Fulda (Hg.): Briefwechsel. Zur Netzwerkbildung in der Aufklärung. Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2012 (IZEA – Kleine Schriften) (144 S., Br., 130 x 210 mm, ISBN 978-3-89812-962-6, 10,- €)

Im 18. Jahrhundert beginnt die moderne Netzwerkgesellschaft. Medium wie Agens dieser Vergesellschaftung sind Briefe – oder genauer: Briefwechsel. An ihnen lässt sich beobachten, wie Netzwerke entstehen, wie sie ausgebaut werden, welche Ziele die Teilnehmer haben und welche Taktiken sie verwenden. Ausgehend von den großen Briefeditionen, die am IZEA in Arbeit sind, diskutiert dieser Band die besonderen Charakteristika aufklärerischer Briefwechsel und die Chancen, die sie der Forschung bieten.

 

Sebastian Görtz/Ute Pott/Cornelia Zimmermann (Hg.): Geselligkeiten im 18. Jahrhundert. Kulturgeschichtliche Überlieferung in Museen und Archiven Sachsen-Anhalts. Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2012 (268 S., geb., 210 x 280 mm, mit zahlr. Farb- und s/w-Abb., ISBN 978-3-89812-928-2, 25,00 €) (Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert 7) erscheint Mitte Dezember

Zahlreiche Sammlungen in SachsenAnhalt verraten, wie reich die Formen des Miteinanders waren: das Studentenleben in der Universitätsstadt Halle, der Dorfalltag in der Altmark, Lesegesellschaften, Freundschaftsbünde, Frömmigkeitspraktiken, höfische Geselligkeit und vieles mehr. Der Band aus der Reihe „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert" zeigt die Vielfalt des damaligen Zusammenseins und dass dieses weit mehr beinhaltete als den Wunsch nach Zerstreuung.

 

Geselligkeit und die „Freyheit zu philosophieren" – Halle im Zeitalter der Aufklärung. Katalog zur neuen Dauerausstellung des Christian-Wolff-Hauses, hg. v. der Stadt Halle (Saale) bearb. v. Cornelia Zimmermann und Kathleen Hirschnitz. Halle 2012 (Veröffentlichungen aus dem Stadtmuseum Halle 1)

 


JUBILÄEN

Am 22. März 2013 jährt sich zum 350. Mal der Geburtstag des Theologen und Pädagogen August Hermann Francke, dessen global angelegtes Reformvorhaben in den Bereichen Frömmigkeit und Kirche, Bildung und Universität, Sozialfürsorge und Gesellschaft nicht Theorie oder gar Utopie blieb. In der Nachfolge Luthers setzte Francke zentrale Forderungen der Reformation in die Tat um, die nicht weniger als eine Verbesserung der Welt zum Ziel hatten. Abseits der großen europäischen Metropolen brachte er gesellschaftliche Veränderungen auf den Weg, die bis in die Gegenwart fortwirken. Sichtbares Zeugnis ist die Errichtung einer einzigartigen Schulstadt: Die Franckeschen Stiftungen widmen ihrem Gründer ein umfassendes Jubiläumsprogramm mit dem Motto „Vision und Gewissheit. Franckes Ideen 2013".

Im Januar feiert das Museum Schloss Lützen den 250. Geburtstag Johann Gottfried Seumes (23. Jan., 18.30 Uhr Präsentation der Edition der Lützener Seumehandschrift der „Apokryphen" durch Dr. Dirk Sangmeister, 26. Jan. Festtag in Grimma, Poserna und Lützen mit Gedenkstunde in der Kirche in Poserna).

Auch Jean Pauls 250. Geburtstag ist zu feiern. Das Gleimhaus Halberstadt beteiligt sich am Programm „Jean Pauls Orte" der Initiative „Jean Paul 2013".

Das Jahr 1763 war außerdem das Jahr des Hubertusburger Friedens, der den Siebenjährigen Krieg beendete.

Anton Graff, der herausragende Porträtist der Aufklärung, ist 2013 vor 200 Jahren gestorben. Das Gleimhaus Halberstadt zeigt aus diesem Anlass von Januar bis April die Ausstellung „Anton Graff (1736-1812), Meisterporträts der Aufklärung – Original, Kopie, Druck".

 


IN EIGENER SACHE

Zwei Jahre lang hat sich das Museumsnetzwerk „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert" mit dem Thema „Geselligkeiten" befasst. Künftig wollen wir die Toleranz als Phänomen der Aufklärung in den Blick nehmen und voraussichtlich im Jahr 2016 mit internationalen Perspektiven in einer Ausstellung darstellen.

 

Weitere Informationen unter www.LSA18.de.

Wir möchten Sie herzlich in unsere Häuser einladen.

Mit freundlichen Grüßen

LSA18

 

Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert

Pressearbeit: Dr. Reimar Lacher

Das Gleimhaus – Literaturmuseum und Forschungsstätte

Domplatz 31

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Tel. (03941) 68 71-32


Herausgeber: Das Gleimhaus in Trägerschaft des Förderkreises Gleimhaus e.V.

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