Im 18. Jahrhundert rückt der Mensch ins Zentrum der Aufmerksamkeit – in den Wissenschaften, in den Künsten, auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet. Die damalige Suche nach dem, was das menschliche Wesen ausmacht, hat in den Museen und Archiven Sachsen-Anhalts deutliche Spuren hinterlassen. Viele der dort bewahrten Sammlungsobjekte,
Tagebücher, Modelle und Kunstwerke legen Zeugnis von der herausragenden Bedeutung ab, die der Beschäftigung mit dem Menschen zugemessen wurde.
Das Netzwerk „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert“ versammelt auf dieser Grundlage im Band Menschenbilder Beiträge zu einzelnen Persönlichkeiten sowie übergreifende Texte zum Thema. So geht es um „Menschenbilder in der Literatur“, z. B. in dem Roman
Wunderliche Fata einiger See-Fahrer / Insel Felsenburg von J. G. Schnabel, aber auch um deren Darstellung in der Bildniskunst wie bei Chr. F. R. Lisiewsky und G. Hempel.
Über „Selbstbilder in Briefen, Tagebüchern und autobiografischen Texten“ werden Lebensläufe von Schülern der Landesschule Pforta vorgestellt, wird das Selbst- und Menschenbild der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau betrachtet oder das Leben eines Soldaten um 1757 nachvollziehbar. Die Beschäftigung mit Legende und historischer Wirklichkeit W. F. Bachs oder
dem „Schuldenprofil“ des Kapellmeisters J. F. Fasch führt zu „Lebensbildern von Musikern“. „Neue Bilder von Körper und Welt“ entstehen durch C. Ritters Erkenntnisse zur Geografie sowie durch die Forschungen der Ärzte-Familie Meckel. Ein Überblick zu philosophischen Entwicklungen im 18. Jahrhundert und eine fiktive Begegnung zwischen Voltaire und Chr. Wolff
rahmen die vielfältigen Betrachtungen ein.
(Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert; 6)
- 288 Seiten mit zahlreichen, farbigen Abbildungen
- gebunden
- 25,- €